Eine umfassende Untersuchung in der italienischen Quarantäne-Stadt Vo zeigt: Mehr als 42,5 Prozent der COVID-19-Infizierten blieben symptomfrei.
Diese Studie der Universität Padua und des Imperial College London unterstreicht die zentrale Rolle asymptomatischer Fälle bei der Ausbreitung des Virus.
Forscher betonen: Frühe Erkennung von Infektionsherden und Isolierung – auch bei Symptomlosen – kann die Übertragung stoppen und Epidemien in der Anfangsphase eindämmen. Besonders relevant vor einer möglichen zweiten Welle.
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Asymptomatische oder präsymptomatische Personen tragen maßgeblich zur Virusverbreitung bei. Präsymptomatisch: Virus-Träger, die später Symptome entwickeln; asymptomatisch: Keine Symptome überhaupt.
Weitflächige Tests, Isolierung Infizierter und Lockdowns stoppten den Ausbruch effektiv.

Vo mit rund 3.200 Einwohnern meldete am 21. Februar den ersten COVID-19-Tod in Italien und ging für 14 Tage in Quarantäne.
Zu Lockdown-Start testeten Forscher 86 % der Bevölkerung auf SARS-CoV-2, nach zwei Wochen 72 %. Ergebnis: Anfangs 2,6 % positiv (73 Personen), später nur 1,2 % (29 Personen). Beide Male 42,5 % der Positiven asymptomatisch (Nature).
Durchschnittliche Virus-Clearance: 9,3 Tage. Alle Positiven – symptomatisch oder nicht – wurden isoliert, was die Ausbreitung brach.
Co-Lead-Researcher Prof. Andrea Crisanti (Uni Padua/Imperial): „Massentests aller Bürger, unabhängig von Symptomen, sind der Schlüssel, um Ausbrüche zu kontrollieren – trotz ‚stiller‘ Übertragung.“

Die Vo-Strategie prägte die Veneto-Politik: Kontakte positiver Fälle werden getestet. „Dieser Ansatz milderte die Epidemie enorm und dient als Modell für Gesundheit, Wirtschaft und Gesellschaft“, so Crisanti.
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Asymptomatische hatten ähnliche Viruslast wie Symptomatische – auch bei später Erkrankenden. Das unterstreicht die Notwendigkeit umfassender Tests.

Co-Lead-Researcherin Dr. Ilaria Dorigatti (Imperial): „Frühe Cluster-Erkennung und Isolierung dämmen Epidemien ein – essenziell gegen neue Wellen.“