Ein drei Tonnen schweres und buslang ausgedehntes Monster zu bewegen, erfordert besondere Anpassungen. Das prähistorische Kaiman Purussaurus mirandai entwickelte extra Knochen in der Hüftregion und aufrechtere Schultern, um sein enormen Gewicht zu stemmen.
Im Gewicht vergleichbar mit einem asiatischen Elefanten und bis zu acht Meter lang, bevölkerte dieses Monster vor sechs Millionen Jahren die Region des heutigen Venezuelas. Als eines der größten Krokodile aller Zeiten zog es die Aufmerksamkeit internationaler Paläontologen auf sich.
Professor John Hutchinson vom Royal Veterinary College (RVC) arbeitete mit einem Team unter Leitung von Dr. Torsten Scheyer vom Paläontologischen Institut und Museum der Universität Zürich zusammen. Gemeinsam untersuchten sie, wie dieser ausgestorbene Riese sein Körpergewicht managte.
Die Experten entdeckten einen zusätzlichen Wirbel im Kreuzbein sowie eine neu ausgerichtete Schulterstruktur, die optimal mit der Schwerkraft harmonierte.
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Die ungewöhnlichen anatomischen Merkmale deuten darauf hin, dass Purussaurus nicht nur auf Flüsse und Sümpfe beschränkt war, sondern sich effektiv an Land fortbewegen konnte.
Dieses Krokodil ist das einzige bekannte mit einem extra Kreuzbeinwirbel – eine Anpassung, die Änderungen in den "Hox-Genen" erforderte, die die Körpersegmentierung steuern.
Interessanterweise zeigen einige moderne Krokodile gelegentliche Fehlbildungen mit ähnlichen extra Wirbeln, was die Flexibilität dieser Gene unterstreicht.

Professor Hutchinson erklärt: „Wir erwarteten keine hohe Landgeschwindigkeit bei Purussaurus. Unsere Funde beleuchten jedoch, wie Evolution biomechanische Herausforderungen bei Riesenwuchs meistert.“
Dr. Scheyer ergänzt: „Großes Glück im venezolanischen Ödland führte zu reichen Fossilfunden, die diesen einzigartigen Hüftbau offenbarten. Sie zeigen, dass ausgestorbene Arten eine Vielfalt an Formen erreichten, die lebende Tiere übertreffen – und unser Verständnis der Evolution bereichern.“
Die Studie erscheint im Fachjournal eLife.