Weltweit gibt es mehr als 1.200 Fledermausarten, die fast ein Fünftel aller Säugetierarten ausmachen. Ein zentraler Grund: Fledermäuse sind die einzigen Säugetiere mit echter Flugfähigkeit. Ihre Kolonien legen weite Strecken zurück und werden geografisch isoliert, was zu einer schnellen Artenbildung führt.
Eine Studie der University of Massachusetts aus 2011 beleuchtet einen weiteren Faktor: Die Ernährung der Fledermäuse ist hochgradig spezialisiert. Eine genetische Mutation, die etwa die Schädelform oder Beißkraft verändert, ermöglicht es einer Fledermaus, neue Früchte oder Insekten zu nutzen, die Artgenossen nicht verarbeiten können.
Dies gibt den Nachkommen einen entscheidenden Selektionsvorteil. Die Mutation verbreitet sich rasch, die Population spaltet sich – und eine neue Fledermausart entsteht innerhalb evolutionär kurzer Zeit.
Weiterlesen:
- Wenn Fledermäuse blind sind, warum haben sie dann Augen?
- Warum leben Fledermäuse in Höhlen?
- Was ist der Mindestunterschied, den eine Art aufweisen muss, um als neue Art eingestuft zu werden?
- Wie viele Arten müssen noch entdeckt werden?