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Die Wissenschaft hinter Freddie Mercurys einzigartiger Stimme

Queen zählt zu den größten Rockbands aller Zeiten und hat weltweit über 100 Millionen Platten verkauft. Kultige Hits wie Bohemian Rhapsody und Ich möchte mich befreien prägten ihre Erfolge. Ein Schlüsselfaktor war die epische Stimme ihres Frontmanns Freddie Mercury, geboren als Farrokh Bulsara. Eine neue Studie beleuchtet, warum seine Stimme als "Naturgewalt mit Hurrikan-Geschwindigkeit" beschrieben wird.

Die in der Fachzeitschrift Logopedics Phoniatrics Vocology veröffentlichte Analyse untersuchte Videointerviews und A-cappella-Aufnahmen von Mercury. Ziel war es, seine Sprechfrequenzen und den Tonumfang präzise zu ermitteln. Die Ergebnisse übertreffen jede Erwartung.

Mercurys Sprechstimme lag bei einer mittleren Frequenz von 117,3 Hz – typisch für einen satten Bariton. Beim Singen öffnete er seine Kehle und erreichte einen beeindruckenden Tonumfang von 92,2 Hz bis 784 Hz. Das entspricht Noten vom tiefen F#2 bis zum hohen G5 und umfasst volle drei Oktaven. Höhere oder tiefere Töne in Aufnahmen gelten als unzuverlässig, da sie z. B. von Brian Mays Gitarre stammen könnten.

Nicht nur der Umfang, sondern auch Mercurys Vibrato war außergewöhnlich. Es modulierte schneller als bei vielen Rockstars oder sogar klassischen Sängern wie Pavarotti – unverkennbar und magisch.

"Als diplomierter Stimmpädagoge und Biophysiker forsche ich intensiv zur physiologisch-physikalischen Funktionsweise der Singstimme und zu effizienter Gesangsausbildung", erklärt Erstautor Dr. Christian Herbst. "Freddie Mercury war ein meisterhafter, vielseitiger Sänger. Ich wollte seinen Stil empirisch analysieren – akustisch und kehlkopfbezogen."

Die Studie simulierte Mercurys Technik mit einem professionellen Rocksänger, da Mercury 1991 an AIDS-assoziierter Bronchopneumonie verstarb. Dennoch schlussfolgert sie: Mercury passte seine Kehlkopfkonfiguration geschickt an musikalische Anforderungen an.

Diese Einschätzung wirkt bescheiden. Herbst teilt die Begeisterung: "Queen ist seit meiner Jugend eine meiner Lieblingsbands – ein zusätzlicher Anreiz für diese Forschung."

[Dieser Artikel wurde erstmals im November 2016 veröffentlicht]