Eine wilde Kegelrobbe wurde erstmals vor der Kamera dabei gefilmt, wie sie ihre Flossen zusammenklatschte und schrotflintenartige Knallgeräusche erzeugte.
Das imposante Männchen wurde während der Brutzeit 2017 vor der Küste der Farne Islands bei dieser beeindruckenden Geste aufgezeichnet.
Während Robben in Zoos und Aquarien häufig klatschen, ist dies die erste dokumentierte Aufnahme eines wilden Exemplars, wie Forscher der University of Newcastle und Monash University bestätigen.
Beim Menschen signalisiert Klatschen Applaus oder Zustimmung – bei männlichen Kegelrobben (Halichoerus grypus) dient es jedoch dem Gegenteil: Es demonstriert Stärke, wehrt Rivalen ab und zieht Weibchen an. Das laute, hochfrequente Geräusch sendet ein klares Signal an Konkurrenten in der Umgebung.
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Im Video schwimmt das Männchen neben einem Weibchen, während Rivalen lauern, und beginnt dann zu klatschen.
Dr. Ben Burville, Forscher an der University of Newcastle und Aufnahmemacher, erklärt: „Die Wirkung des Klatschens war augenblicklich – die rivalisierenden Männchen zerstreuten sich schnell. Das Geräusch war unglaublich laut, und ich konnte zunächst kaum glauben, was ich sah.“
Dr. Burville, der 17 Jahre lang vergeblich nach solchen Aufnahmen suchte, ergänzt: „Ich habe das markante Schrotflinten-Knallen oft gehört und wusste, dass Klatschen die Ursache ist. Eines Tages hörte ich es in der Ferne, drückte auf Aufnahme – und hatte es endlich!“
Das Video ist Teil einer internationalen Studie in der Fachzeitschrift Marine Mammal Science.
Dr. David Hocking von der Monash University in Australien, Leiter der Studie, betont: „Klatschende Robben in Zoos sind bekannt, oft trainiert für Unterhaltung. Doch diese wilden Kegelrobben tun es freiwillig.“

Ein tieferes Verständnis solcher Verhaltensweisen könnte Kegelrobben besser vor Umweltverschmutzung schützen, sagen die Experten.
Dr. Hocking warnt: „Klatschen ist ein zentrales Sozialverhalten. Störungen könnten Bruterfolg und Überleben gefährden. Menschlicher Lärm beeinträchtigt bereits andere Meeressäuger-Kommunikation wie Walgesang. Ohne Kenntnis eines Verhaltens können wir es nicht schützen.“