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Flexible Ernährung als Schlüssel: Wie Blennies den evolutionären Sprung ans Land meistern

Das Leben entstand im Wasser, doch eine faszinierende Gruppe von Fischen gibt Forschern nun entscheidende Hinweise darauf, wie Wirbeltiere den Übergang ans Land schafften.

Über 900 Blennies-Arten bevölkern vielfältige Lebensräume. Manche leben rein aquatisch, andere in der Gezeitenzone – dem Küstenstreifen, der bei Flut überschwemmt und bei Ebbe trocken liegt. Hier meistern sie extreme Schwankungen in Temperatur und Salzgehalt.

Einige Blennies überstehen stundenlang das Leben außerhalb des Wassers, solange sie feucht bleiben. Diese Anpassungsfähigkeit macht sie zu idealen Modellorganismen für Studien zum Übergang vom Wasser ans Land.

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Wissenschaftler der University of New South Wales und der University of Minnesota postulieren: Flexible Ernährung und Verhalten sind entscheidend für diesen Übergang.

„Fossilien offenbaren, wie dieser Wandel ablief und welche evolutionären Anpassungen er forderte“, erklärt Hauptforscher Dr. Terry Ord. „Doch lebende Fische, die ähnliche Übergänge meistern, zeigen die realen Herausforderungen außerhalb des Wassers.“

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Sobald Fische ans Land gelangen, schränkt die Nahrungsverfügbarkeit ihre Ernährung ein – landlebende Blennies kratzen etwa Algen mit spezialisierten Zähnen von Felsen.

„Diese terrestrischen Blennies sind außerhalb des Wassers extrem agil. Ihre Körperform ermöglicht freies Hüpfen über Felsen, was den Rückweg ins Wasser erschwert“, so Dr. Ord.

„Spannend bleibt, wie sich ihre Sinnesorgane angepasst haben: Sehen und Riechen funktionieren an Land grundlegend anders.“