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Wie Meeresschildkröten ihren Geburtsstrand nach Tausenden Kilometern finden

Junge Meeresschildkröten schlüpfen aus ihren Nestern, krabbeln über den Strand ins offene Meer und wachsen dort über Jahre hinweg. Tausende Kilometer später kehren adulte Weibchen präzise an ihren Geburtsort zurück, um zu paaren und Eier zu legen. Diese beeindruckende Navigation hat sich evolutionär entwickelt, um optimale Überlebenschancen zu sichern: Ein erfolgreicher Schlüpfort ist oft auch später ein sicherer Nistplatz.

Schildkröten nutzen eine Kombination aus Sinnen für diese Leistung. Im offenen Ozean orientieren sie sich am Sonnenstand. Gerüche spielen ebenfalls eine Rolle: In Aquarienversuchen reagierten junge Unechte Karettschildkröten auf den charakteristischen Schlammgeruch von Küsten, indem sie mit dem Kopf aus dem Wasser schauten, während sie andere Düfte ignorierten.

Der faszinierendste Sinn ist die Magnetorezeption – die Fähigkeit, das Erdmagnetfeld zu erspüren. Obwohl der genaue Mechanismus noch erforscht wird, folgen Schildkrötenjunge einem angeborenen Magnetkompass bei ihrem ersten Ausflug. Sie erkennen feine Magnetfeldschwankungen und lernen die magnetische Signatur ihres Geburtsstrands, wie Studien an Unechten Karettschildkröten in Florida zeigen.

Neueste Satelliten-Tracking-Daten von Grünen Meeresschildkröten im Indischen Ozean belegen, dass sie einer groben magnetischen Karte folgen. Manche überzogen ihr Ziel um Hunderte Kilometer, korrigierten aber ihre Route – vermutlich durch Sinne in Kombination.

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