Die neue BBC-Serie von Prof. Brian Cox, Universe, ist eine faszinierende wissenschaftliche Schöpfungsgeschichte. Der renommierte Physiker und Kosmologe erklärt, warum die Serie vor dem Unbekannten nicht zurückschreckt, wie er Sterne als Schöpfer sieht und warum er Boris Johnson in den Orbit schicken möchte.
Was können Zuschauer von Ihrer neuen Serie erwarten?
Es handelt sich um eine Kosmologie-Serie, die uns zu den tiefgründigsten Fragen führt: dem Ursprung und dem Schicksal des Universums sowie der Natur des Lebens darin. Wie alltäglich ist Leben? Wie begann es?
Wir beleuchten Schöpfungsgeschichten – diese Serie erzählt die wissenschaftliche Version. Kosmologie studiert die großräumige Struktur und Entwicklung des Universums, also geht es um die Entstehung selbst.
Zu Beginn betone ich: Der Wert der Astronomie liegt nicht nur in Entdeckungen, sondern darin, dass sie uns herausfordert. Wir müssen akzeptieren, kein Zentrum des Universums zu sein, sondern einen winzigen Fleck in einem möglicherweise unendlichen Kosmos – mit ungewisser Vergangenheit und Zukunft.
Der Kern der Serie: "Das ist unsere Arena, so erzählt die Wissenschaft unsere Herkunftsgeschichte – die beste Erklärung basierend auf aktuellem Wissen." Das Unbekannte ist ebenso wertvoll.
Mehr als je zuvor gehen wir an den Rand des Wissens, besonders im Film zu Schwarzen Löchern. Wir diskutieren 2020-Entdeckungen über Raum, Zeit und tiefere Theorien.
Wissenschaft lehrt uns, zuverlässiges Wissen zu erkennen und den Horizont des Bekannten auszumachen. Mutig blicken wir in die Dunkelheit – das macht sie aufregend. Die Serie dreht sich genau darum.
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In Folge 1 geht es um Sterne – wie verleihen sie dem Universum Sinn?
Ich habe viele Sternenfilme gemacht. Die Geschichte der Sterne offenbart: Es gab eine Zeit vor ihnen, einen ersten und künftig einen letzten Stern. Die beschleunigte Expansion des Universums begrenzt ihre Lebensdauer.
Sterne sind essenziell für ein lebendiges Universum: Sie schmieden schwere Elemente, aus denen wir bestehen. Thermodynamik erfordert Temperaturgradienten – Sterne sind heiße Punkte am kalten Himmel, wie eine gigantische Dampfmaschine, angetrieben von der Sonne.
Sterne qualifizieren sich als "Götter", da sie Lebensbausteine schaffen und fast alles auf Erde ermöglichen – außer exotischen Tiefseebakterien. Photosynthese ist ihr Motor. Provokant, doch logisch.
Sterne sind sterblich: Geboren, um zu sterben. Die Serie fordert zum Nachdenken auf – nicht nur Fakten, sondern: Was bedeutet unser Wissen?

Wohin sollte die nächste große Weltraummission gehen?
Im Sonnensystem priorisiere ich Leben-Suche: Europa Clipper zu Jupiters Mond Europa, Enceladus oder Mars-Sample-Return für Exobiologie.
Draußen: Gravitationswellenastronomie als neues Fenster jenseits von Licht. Ein Weltraum-Detektor wäre revolutionär. Auch präzisere CMB-Messungen zum frühen Universum und Vor-Urknall-Theorien.
Was halten Sie von der kommerziellen Raumfahrt?
Toll! Frühe Phasen werden staatlich finanziert, Routine erfordert Privatsektor: günstig, zuverlässig wie Luftfahrt. Wir sind nah dran.
Nach Apollo-Stagnation – trotz ISS-Erfolg – sehen wir kommerzielle Zivilisten im All. Kein Stunt, sondern Routinebeginn.
Erdumlaufbahn ist industrialisiert: Satelliten liefern Klimadaten, Wetter, Kommunikation – essenziell für Zivilisation. Günstiger Zugang expandiert das. Privatdominiert: Effizient, nicht steuerfinanziert.

Würden Sie selbst fliegen?
Ja, um Erde aus dem All zu sehen. Apollo-Astronauten berichteten von tiefer Wertschätzung ihrer Zerbrechlichkeit – emotional, doch echt. Einer sagte: "Warum können wir nicht alle auskommen?"
Je mehr das erleben, desto mehr schätzen wir Planet, Menschen, Zivilisation.
Pflicht für Regierende: Boris Johnson, Joe Biden ins All! Virgin Galactic kostet 400.000–500.000 Dollar – lohnende Investition. Betrachten Sie Ihren Planeten kosmisch, dann entscheiden.
Ich zahle Steuern dafür – und für sichere Rückkehr.
- Universe startet am 27. Oktober auf BBC Two und iPlayer.