„Sind wir allein?“ – diese Frage stellen uns Astronomen Laien am häufigsten. Die Jagd nach außerirdischer Intelligenz lohnt sich trotz geringer Erfolgschancen unbedingt, denn der potenzielle Gewinn ist enorm.
Darum begrüße ich Initiativen wie Breakthrough Listen: Der russisch-israelische Investor Yuri Milner investiert zehn Jahre lang in die Nutzung weltbester Radioteleskope und neue Instrumente, um den Himmel systematisch und nachhaltig abzusuchen.
Selbst bei Erfolg – und nur Wenige würden mehr als 1 Prozent darauf wetten – wäre ein „Signal“ von Außerirdischen kaum eine entschlüsselbare Botschaft. Wahrscheinlicher: ein Nebenprodukt hochkomplexer Maschinen, die unser Verständnis übersteigen und auf organische Wesen eines Planeten zurückgehen, mit einer Evolution vielleicht eine Milliarde Jahre voraus oder kürzer als unsere.
Sinnvoll ist es, zunächst erdähnliche Planeten bei langlebigen Sternen zu priorisieren. Science-Fiction-Autoren mahnen jedoch: „Fremde Zivilisation“ ist eng gefasst. ET könnte eine einzelne, integrierte Superintelligenz sein, keine Gesellschaft von Individuen.
Signale könnten wir übersehen, weil wir sie nicht decodieren können – ähnlich wie ein Funkingenieur mit Amplitudenmodulation moderne Digitalfunkignale nicht knackt.
Ist die Suche nach außerirdischem Leben riskant?
Ich teile die Ängste vor aktiver Signalübertragung nicht: Fortgeschrittene Außerirdische wüssten längst von uns und beobachteten unseren Übergang von Fleischwesen zu unsterblichen Cyborgs oder Robotern.
Vielleicht pulsiert die Galaxis schon von fortgeschrittenem Leben, und unsere Nachkommen schließen sich als „Junior-Mitglieder“ einer kosmischen Gemeinschaft an. Oder die Erde ist einzigartig – eine Enttäuschung, die uns aber kosmisch selbstbewusster machen könnte.
Unser blassblauer Punkt könnte der wichtigste Ort im Kosmos sein. Unser Lebensraum wirkt wie für Leben präpariert. Selbst allein wären wir nicht das Ende der Komplexitäts- und Bewusstseinsentwicklung.
Zwei Maximen gelten: „Außergewöhnliche Behauptungen erfordern außergewöhnliche Beweise“ und „Das Fehlen von Beweisen ist kein Beweis für das Fehlen“.
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