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Studie der McGill University: Frauen erinnern sich anders an Schmerzen als Männer – Chancen für chronische Schmerztherapien

Laut einer aktuellen Studie der McGill University in Montreal, Kanada, unterscheiden sich Männer und Frauen in der Erinnerung an Schmerzen. Beim zweiten Auftreten eines leichten Schmerzes empfinden Männer ihn intensiver, Frauen hingegen nicht. Diese Erkenntnis über die Verbindung von Schmerz und Gedächtnis könnte bahnbrechend für die Behandlung chronischer Schmerzen sein.

Die Wissenschaftler setzten bei Menschen und Mäusen zunächst leichte Schmerzen durch Hitze auf der Haut aus, gefolgt von stärkeren Reizen: bei Menschen eine enge Blutdruckmanschette für 20 Minuten, bei Mäusen vorübergehende Bauchschmerzen durch Essiginjektion. Männliche Probanden reagierten beim erneuten leichten Schmerz deutlich empfindlicher, weibliche bewerteten beide Male gleich stark.

Studie der McGill University: Frauen erinnern sich anders an Schmerzen als Männer – Chancen für chronische Schmerztherapien

Das Team vermutet, dass die Probanden die Hitze mit den nachfolgenden intensiven Schmerzen verknüpften. Die Erwartung starker Schmerzen stresste die Männer und steigerte ihre Empfindlichkeit.

„Eine Erklärung könnte sein, dass Frauen sich nicht an den Schmerz erinnern“, erläutert Dr. Jeffrey Mogil, Erstautor der Studie. „Oder sie erinnern sich gut, fühlen sich aber dadurch nicht gestresst.”

„Frauen sind schmerzempfindlicher als Männer, verfügen jedoch über mehr Erfahrung damit – etwa durch Menstruationsschmerzen, Bauch- oder Kopfschmerzen, die bei Teenager-Mädchen häufiger auftreten.”

Bei Mäusen blockierte das Medikament Zeta Inhibitory Peptide die Schmerz-Erinnerung und eliminierte die gesteigerte Reaktion der Männchen vollständig. „Statt den Schmerz direkt zu bekämpfen, könnte man bei chronischen Patienten gezielt die Erinnerung daran angehen“, betont Mogil.