Arzneimittelresistente Bakterien, die tödliche Infektionen in Krankenhäusern verursachen, breiten sich zunehmend aus. Diese Erreger haben Strategien entwickelt, um Antibiotika abzuwehren – indem sie winzige Poren in ihren Zellwänden schließen und die Wirkstoffe blockieren.
Forscher des Imperial College London sehen nun einen Weg aus dieser Sackgasse. Sie entwickeln Medikamente, die diese Poren wie ein Dietrich "aufknacken", sodass Antibiotika wieder eindringen und die Bakterien abtöten können.
Das Team fokussierte sich auf Klebsiella pneumoniae, ein Bakterium, das Lungenentzündungen, Blutvergiftungen und Wundinfektionen auslöst. Wie viele andere Keime wird es zunehmend resistent gegen Antibiotika, vor allem gegen Carbapeneme – Medikamente der letzten Wahl, wenn andere versagen.
Normalerweise dringen Antibiotika über Oberflächenporen in K. pneumoniae ein. Resistente Stämme produzieren jedoch modifizierte Proteine, die diese Poren unvollständig bilden und die Zellwand undurchlässig machen. Ein Medikament, das diesen Prozess umkehrt und die Poren öffnet, könnte die Resistenz effektiv bekämpfen, erklären die Experten.
„Die Modifikation, mit der Bakterien Antibiotika ausweichen, ist schwer zu umgehen. Alle Gegenmittel würden sonst ebenfalls blockiert“, sagt Forschungsleiter Professor Gad Frankel. „Doch wir hoffen, Medikamente zu entwickeln, die das Türschloss knacken. Unsere Daten geben Pharmafirmen und Wissenschaftlern wertvolle Anhaltspunkte dafür.“