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Antarktis-Eisbohrkerne: Ein Fenster in die Klimageschichte der Erde

Die Antarktis birgt in ihrem Eis eine detaillierte Chronik des globalen Klimas, die Hunderttausende Jahre zurückreicht. Als Schnee fällt, häuft er sich schichtweise auf, ohne zu schmelzen – Jahr für Jahr, bis kilometerdicke Eismassen entstehen.

Unter dem enormen Gewicht verwandeln sich die Schneeflocken zunächst in körnigen Firn und schließlich in festes Gletschereis. Die eingeschlossene Luft aus der Zeit des Schneefalls bleibt als winzige Blasen erhalten und speichert präzise Daten zur Atmosphäre und zum Klima jener Epoche.

Antarktis-Eisbohrkerne: Ein Fenster in die Klimageschichte der Erde

Neuer Schnee vergräbt älteres Eis immer tiefer: Je profundere die Schichten, desto älter das Eis. Allerdings ist der Prozess komplexer: Der Druck lässt das Eis fließen, besonders abseits des Kontinentzentrums. Dies hält die Eismassen im Gleichgewicht und macht küstennäheres Eis jünger. Das älteste Eis findet sich tief im Inland an den Wasserscheiden, wo der Fluss nahezu zum Stillstand kommt.

Die folgende Karte zeigt die Positionen führender Eisbohrkerne, ihre Tiefen und das Alter des ältesten Eis am Kernboden.

Antarktis-Eisbohrkerne: Ein Fenster in die Klimageschichte der Erde

In den letzten 50 Jahren haben Eisbohrkerne aus der Antarktis – ergänzt durch grönländische Proben – ein umfassendes Bild des Erdklimas der vergangenen 800.000 Jahre geliefert. Analysen der Luftblasen offenbaren den menschlichen Einfluss: steigende CO₂- und Treibhausgaswerte durch Verbrennung fossiler Brennstoffe.

Diese Daten aus renommierten Forschungsprojekten wie EPICA und Vostok sind der wissenschaftliche Grundstein für den Nachweis des Treibhauseffekts und des anthropogenen Klimawandels.