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Royal Society fordert: Großbritannien als Weltführer bei neuronalen Schnittstellen positionieren

Führende britische Wissenschaftler appellieren an die Regierung, durch ein fundiertes Verständnis der ethischen Risiken von Gehirn-Computer-Technologien und angemessene Regulierungen international vorneweg zu gehen.

Die Royal Society empfiehlt eine nationale Untersuchung zu neuronalen Schnittstellentechnologien – Geräten, die außerhalb oder innerhalb des Gehirns platziert werden und mit dem Nervensystem interagieren.

Zu den potenziellen Vorteilen zählen lebensverändernde Therapien für Patienten mit Schlaganfall, Epilepsie, Lähmung oder Depressionen, die jedoch erhebliche ethische Fragen aufwerfen.

Experten vom Imperial College London mahnen: Das Vereinigte Königreich sollte jetzt handeln, um weltweit führend zu werden.

„Die Anwendungen neuronaler Schnittstellen sind heute so unvorstellbar wie das Smartphone vor Jahrzehnten“, erklärt Professor Christofer Toumazou, Co-Vorsitzender des Berichts vom Imperial College London.

„Sie könnten dem Vereinigten Königreich enorme wirtschaftliche Vorteile bringen und Sektoren wie den NHS, das öffentliche Gesundheitswesen und die Sozialfürsorge revolutionieren. Wenn jedoch eine Handvoll Unternehmen die Entwicklung dominieren, könnten weniger kommerzielle Anwendungen vernachlässigt werden.“

„Deshalb fordern wir die Regierung auf, eine nationale Untersuchung einzuleiten, um die Prioritäten des Vereinigten Königreichs zu definieren und die Öffentlichkeit an der Gestaltung der Technologie zu beteiligen.“

Royal Society fordert: Großbritannien als Weltführer bei neuronalen Schnittstellen positionieren

Neuronale Schnittstellen könnten schneller Realität werden, als viele ahnen. Erfinder wie Elon Musk planen bereits Tests seiner drahtlosen Technologie zur Verbindung von Gehirn und Computer bei Patienten mit schweren neurologischen Erkrankungen ab 2020.

Minister sollen mit Industrie und Universitäten kooperieren, um ein britisches Neural-Interface-Ökosystem aufzubauen – fördernd Innovation, Zusammenarbeit und öffentliche Mitgestaltung.

„Bis 2040 könnten neuronale Schnittstellen etablierte Optionen sein, um Lähmungen zu überwinden, behandlungsresistente Depressionen zu bekämpfen oder Alzheimer zu therapieren“, prognostiziert Dr. Tim Constandinou, Co-Vorsitzender des Berichts vom Imperial College London.

„Fortschritte wie nahtlose Gehirn-Computer-Kommunikation mögen ferner wirken, doch wir müssen jetzt ethische und regulatorische Rahmenbedingungen schaffen, die flexibel auf zukünftige Entwicklungen reagieren.“

„So stellen wir sicher, dass diese Technologien sicher und zum Wohle der Menschheit eingesetzt werden.“