Laut einer aktuellen Studie der Heriot-Watt University in Edinburgh könnten Überschwemmungen im Vereinigten Königreich bis 2080 durchschnittlich um 15 bis 35 Prozent zunehmen. Als Experten für wasserresiliente Städte haben die Forscher des Water Resilient Cities-Projekts detaillierte Prognosen erstellt.
Sie analysierten Fluss- und Hochwasserereignisse mit Rücklaufperioden von "einmal alle zwei Jahre" und "einmal alle 30 Jahre". Diese Wahrscheinlichkeiten beschreiben, wie oft ein solches Ereignis eintritt – etwa eine 50-prozentige Chance pro Jahr für ein "zweijähriges" Hochwasser.
In Teilen Schottlands droht ein Anstieg um bis zu 34 Prozent, während im Südosten Englands mit 18 Prozent gerechnet wird. "Wir haben vielfältige Datensätze und Methoden genutzt und die Ergebnisse mit den neuesten verfügbaren Daten abgeglichen", erklärt Dr. Annie Visser-Quinn, Datenwissenschaftlerin an der Heriot-Watt University. "Die Prognosen zeichnen ein alarmierendes Bild für die Hochwassersituation in Großbritannien, verstärkt durch fortschreitende Urbanisierung."
Landesweit könnten zweijährliche Ereignisse um 15 bis 35 Prozent zunehmen. Der Norden und Osten Schottlands sind mit 34 Prozent am stärksten betroffen, gefolgt vom Norden Englands und Wales mit 25–28 Prozent. London und die Midlands erwarten einen geringeren, aber dennoch bedeutsamen Anstieg um 18 Prozent – selbst moderate Zuwächse wirken sich in städtischen Zentren gravierend aus.

Diese Erkenntnisse gewinnen vor dem Hintergrund des anstehenden Sturms Christoph an Relevanz, der mit starken Niederschlägen, Schnee und Evakuierungen in Greater Manchester und South Yorkshire droht. Gelb- und bernsteinfarbene Warnungen sind für weite Teile des Landes aktiv.
Storm Dennis im Vorjahr galt als "30-Jahres-Ereignis". Ob solche Extremereignisse häufiger werden, bleibt unklar: "Die Modelle stimmen hier nicht überein, Unsicherheiten bestehen", so Dr. Visser-Quinn. "Größere Veränderungen sind jedoch im Süden und Südwesten Englands zu erwarten – genau bei den extremen Vorfällen."
"Robuste Modellierungen wie diese sind essenziell für besseren Hochwasserschutz. Neue Klimadaten später dieses Jahres sollten umgehend ausgewertet werden, um die Politik des Vereinigten Königreichs zu stärken."