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Rückkehr ins Büro: Bedeutet COVID-19 das Ende des klassischen Offices? Experten-Einsichten

Flexible Arbeitszeiten und Homeoffice boomen seit Jahren: 2019 arbeiteten rund 1,7 Millionen von 32,6 Millionen Beschäftigten im Vereinigten Königreich hauptsächlich von zu Hause – im Vergleich zu nur 884.000 im Jahr 2008.

Durch die COVID-19-Pandemie und auf Anordnung der britischen Regierung haben schätzungsweise 44 % der erwerbsfähigen Erwachsenen – etwa 14,2 Millionen Menschen – ihr Zuhause in ein Homeoffice umgewandelt.

Schon 2019 untersuchte Prof. Kelly Reynolds, Expertin für öffentliche Gesundheit und Umweltwissenschaften an der University of Arizona, die Ausbreitung von Viren in Büroumgebungen. Ihre Forschung zeigt: Einfache Hygienemaßnahmen wie Desinfektionsmittel und -tücher können das Risiko für Atemwegs- und Durchfallerkrankungen um 80 % senken.

Während der Pandemie beriet Reynolds Unternehmen bei Infektionskontrolle und half öffentlichen Einrichtungen bei sicherer Wiedereröffnung.

Wie breiten sich Viren im Büro aus?

„Eine einzige infizierte Person kann in unter vier Stunden über 50 % der Büroflächen und Kollegen-Räume kontaminieren“, erklärt Reynolds. Der Hauptübertragungsweg: Von infizierten Händen auf häufig berührte Oberflächen.

Diese Hand-Oberfläche-Hand-Kette begünstigt schnelle Ausbreitung. Schlimmste Hotspots: Gemeinschaftsbereiche wie Küchen und Toiletten sowie Türklinken, Fahrstuhlknöpfe. Am verseuchtesten: Der Kühlschrankgriff.

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Wie wirken Hygienemaßnahmen?

Reynolds’ Studie belegt: Händedesinfektionsmittel, Taschentücher und Desinfektionstücher pro Mitarbeiter plus Desinfektionsstationen in Besprechungsräumen und Gemeinschaftsbereichen reduzieren Virusübertragungen massiv. Leichte Erreichbarkeit fördert die Nutzung.

„Hygienemaßnahmen sind essenziell, um Keime am Arbeitsplatz zu minimieren“, betont die Expertin.

„Neben Abstand: Plexiglas-Barrieren zwischen Arbeitsplätzen oder in Kundenkontaktzonen und Maskenpflicht mindern Aerosol-Übertragung des Coronavirus.“

Welche weiteren Anpassungen sind nötig?

Unternehmen müssen über Desinfektionsmittel hinausdenken. „Führen Sie standortspezifische Risikobewertungen durch: Identifizieren Sie Hochberührungsflächen und Menschenansammlungen“, rät Reynolds.

„Mehr Belüftung und Frischluft reduzieren Schadstoffe. Spülen Sie stehendes Wasser aus Hähnen, um Legionellen-Risiken nach längerer Schließung zu vermeiden.“

Offene Kommunikation zahlt sich aus: „Positive Beschilderung zu Hygiene signalisiert eine gesundheitsbewusste Kultur.“

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Sie ergänzt: Gestaffelte Zeiten, Homeoffice-Optionen und tägliche Gesundheitschecks (Temperatur, Symptome) unterstützen Distanzierung. Flexible Krankheitstage halten Kranke zu Hause.

Herausforderungen bei hygienischeren Büros

„Wir lernen täglich mehr über das Virus – Unsicherheiten zu Reichweite und Oberflächenüberleben bestehen noch“, sagt Reynolds.

„Bewährte Infektionsprävention senkt Risiken für SARS-CoV-2, Influenza und Norovirus drastisch und verhindert künftige Ausbrüche.“

Sollten wir alle im Homeoffice bleiben?

Mit boomendem Homeoffice zweifeln Firmen an der Bürosicherheit. Was ist hygienischer?

„Büros sind schwieriger zu kontrollieren, Viren breiten sich aber auch effizient in Haushalten aus“, warnt Reynolds. „Händewaschen, Desinfektion und Isolation Kranker bekämpfen das.“