Kleine Mengen eines Coronavirus-Impfstoffs könnten bis Ende des Jahres bestimmten Risikogruppen zur Verfügung gestellt werden, wie der wissenschaftliche Berater der britischen Regierung, Sir Patrick Vallance, mitteilte.
Bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen COVID-19 würden gute Fortschritte erzielt, erklärte er gemeinsam mit Englands Chief Medical Officer, Professor Chris Whitty, auf einer Pressekonferenz.
Sir Patrick betonte, dass mehrere Impfstoffkandidaten eine schützende Immunantwort auslösen könnten: „Wir wissen noch nicht, ob sie funktionieren, aber die Hinweise deuten in die richtige Richtung. Es ist möglich, dass einige Impfstoffe bis Jahresende in begrenzten Mengen für bestimmte Gruppen verfügbar sind.“
„Viel wahrscheinlicher ist eine breitere Verfügbarkeit in der ersten Hälfte nächsten Jahres – nicht garantiert, aber ermutigend“, fügte er hinzu.
Weltweit laufen über 240 Impfstoffstudien, davon mehr als 40 in klinischen Tests. Neun befinden sich in fortgeschrittenen Phasen (Phase 2 oder 3), darunter die Oxford-Studie. Forscher des Imperial College London suchen ebenfalls Freiwillige.
Gesundheitsminister Matt Hancock äußerte sich optimistisch gegenüber ITV: Eine „Masseneinführung“ sei Anfang nächsten Jahres denkbar, „wenn alles gut läuft“. Zunächst würden vulnerabelste Gruppen wie Pflegeheimbewohner und Ältere priorisiert: „Es besteht noch die Chance vor Weihnachten, aber realistisch eher nächstes Jahr.“
Professor Whitty warnte eindringlich: Das Virus werde nicht milder, sondern breite sich weiter aus. Die Wissenschaft werde „uns retten“, doch die nächsten sechs Monate erforderten höchste Vorsicht. Infektionen stiegen bei Älteren, Sterberaten blieben hoch.

Sir Patrick ergänzte: Nur etwa 8 % der Bevölkerung hätten Antikörper – rund drei Millionen Menschen. Die große Mehrheit bleibe anfällig. In Städten wie London liege der Anteil bei bis zu 17 %, was die Ausbreitung dort bremsen könne. Antikörper böten jedoch keinen absoluten Schutz, und die Immunität nehme ab.