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Bristol-Variante von COVID-19: Kann sie Geimpfte infizieren? Experten klären auf

Eine neu entdeckte Coronavirus-Variante aus Bristol könnte Personen infizieren, die bereits COVID-19 durchgemacht haben oder geimpft sind. Experten betonen jedoch: Impfungen schützen weiterhin zuverlässig vor schweren Verläufen.

Diese Bristol-Variante trägt die E484K-Mutation, eine genetische Veränderung, die auch in den Varianten aus Südafrika und Brasilien vorkommt.

Laborstudien zeigen, dass Viren mit dieser Mutation der menschlichen Immunabwehr entkommen können – sowohl der natürlichen als auch der impfstoffinduzierten.

Am 11. Februar teilte Public Health England (PHE) mit, 22 Fälle der Bristol-Variante identifiziert zu haben. In Liverpool fand man eine weitere Variante mit derselben Mutation, was die Gesamtzahl der Fälle neuer Coronavirus-Varianten auf 78 anhob.

„Es gibt Daten, die andeuten, dass diese Mutation die Wirksamkeit von Immunantworten gegen das Virus mindern könnte“, erklärt Dr. Jonathan Stoye, Leiter des Retrovirus-Host Interactions Laboratory am Francis Crick Institute. „Genau diese Veränderung macht die südafrikanische Variante so besorgniserregend.“

„Wir hören viel über Maßnahmen gegen südafrikanische Varianten, doch in Bristol und Liverpool scheint dieselbe Mutation unabhängig aufzutreten – mit potenziell ähnlichen Eigenschaften.“

„Dieser Grund lässt uns befürchten, dass das Virus Teilen der Immunität entgeht, die durch Impfungen oder frühere Infektionen entsteht.“

Aktuelle PHE-Zahlen: 202 Fälle der südafrikanischen Variante im Vereinigten Königreich. Selbst bei geringerer Schutzwirkung gegen Infektionen verhindern Impfstoffe schwere Erkrankungen und Hospitalisierungen, so die Experten.

Bristol-Variante von COVID-19: Kann sie Geimpfte infizieren? Experten klären auf

„Entscheidend ist, ob Impfstoffe Krankenhausaufenthalte verhindern“, betont Dr. David Matthews, Virologe an der University of Bristol. „Wir überwachen das Virus genau, um Varianten zu erkennen, die dem Impfstoff entkommen und dennoch gefährlich sind.“

„Bisher gibt es keine Hinweise, dass Geimpfte mit neuen Varianten ins Krankenhaus müssen.“

Zur Eindämmung führen Surge-Tests in Regionen wie Worcestershire, Bristol, South Gloucestershire, Manchester und London. Experten warnen: Solche Mutationen können spontan überall entstehen.

„Selbst bei Erfolg in Bristol und Liverpool könnte die Mutation anderswo auftauchen“, sagt Prof. Simon Clarke von der University of Reading. „Bis neue Varianten-Impfstoffe verfügbar sind – vielleicht Herbst –, müssen wir die Ausbreitung unterdrücken.“