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Hydroxychloroquin gegen COVID-19: Evidenz aus klinischen Studien

Hydroxychloroquin erregte große Aufmerksamkeit als potenzielle Therapie gegen COVID-19. Im Mai 2020 nahm Donald Trump das Medikament ein, um sich vor einer Infektion zu schützen, und beendete die Einnahme später. Bisher fehlen jedoch qualitativ hochwertige Beweise für seine Wirksamkeit.

Das Medikament wird seit 65 Jahren eingesetzt, zunächst gegen Malaria und in jüngerer Zeit bei Autoimmunerkrankungen wie Lupus und rheumatoider Arthritis.

Laborstudien der vergangenen Jahrzehnte zeigten, dass Hydroxychloroquin und das verwandte Chloroquin die Wirkung verschiedener Viren hemmen können, darunter HIV, Influenza, Ebola und SARS-CoV-2.

Die Wirkstoffe verhindern, dass Viren ihr genetisches Material in menschliche Zellen freisetzen, wodurch eine Replikation und Infektion unterbunden wird.

Aufgrund dieser antiviralen Effekte in vitro hofften Experten auf einen Einsatz bei der Vorbeugung oder Behandlung von COVID-19. Allerdings besteht eine große Lücke zwischen Laborergebnissen und klinischer Wirksamkeit beim Menschen – Hydroxychloroquin hat keine solchen Studien für andere Viren bestanden.

Seit Ausbruch der Pandemie wurden zahlreiche klinische Studien durchgeführt: Patienten mit COVID-19 erhielten Hydroxychloroquin oder Chloroquin, und die Ergebnisse wurden mit unbehandelten Kontrollgruppen verglichen.

Hydroxychloroquin gegen COVID-19: Evidenz aus klinischen Studien

Bisher gibt es keine überzeugenden Belege, dass Hydroxychloroquin oder Chloroquin COVID-19 wirksam vorbeugen oder behandeln können.

Im Juni 2020 schloss die britische RECOVERY-Studie – mit über 11.000 Patienten eine der größten weltweit – Hydroxychloroquin aus, da kein Nutzen erkennbar war.

Mehr als 100 laufende Studien prüfen das Medikament weiter. Ein Nutzen bei bestimmten Patienten ist denkbar, doch die Evidenz spricht derzeit dagegen.