Laut einer neuen Studie der Forscher an der University of Manchester rückt ein potenziell wegweisender Test zur Parkinson-Diagnose in greifbare Nähe.
In einem im Fachblatt Nature Communications veröffentlichten Artikel berichten die Wissenschaftler, dass ihre Ergebnisse die Grundlage für einen einfachen, schmerzfreien Hautabstrichtest legen könnten. Dieser würde den degenerativen Erkrankung durch Analyse von Talg – der schützenden Ölschicht der Haut – diagnostizieren.
Der Test erkennt spezifische Veränderungen bei Parkinson-Patienten in chemischen Verbindungen des Talgs.
„Unsere Ergebnisse sind ein hoch ermutigender Fortschritt hin zu Tests für Diagnose und Überwachung von Parkinson“, betont Prof. Perdita Barran von der University of Manchester.
„Er ist schnell, unkompliziert, schmerzfrei und außerdem kostengünstig, da er auf etablierter Technologie basiert, die bereits weit verbreitet ist.“
„Wir werden die Ergebnisse nun vertiefen, den Test optimieren und auf eine Genauigkeitserhöhung hinarbeiten. Unser Ziel: Eine Integration in den NHS-Service für präzisere Diagnosen und bessere Therapien bei dieser einschränkenden Erkrankung.“
Das Team untersuchte Talgproben vom oberen Rücken von 500 Personen – mit und ohne Parkinson. Mittels Massenspektrometrie identifizierten sie 10 Markerstoffe, die bei Betroffenen verändert sind. Damit erreichten sie eine Diagnosegenauigkeit von 85 Prozent.
Parkinson schreitet schleichend voran; Symptome werden oft erst Jahre später bemerkt, wenn Betroffene einen Arzt aufsuchen.
Aktuell hilft der DaTscan-Spezialisten, den Dopaminzellverlust im Gehirn zu bestätigen, der Parkinson auslöst. Ähnliche Defizite treten jedoch auch bei seltenen neurologischen Störungen auf, was Fehldiagnosen begünstigt.
Eine Umfrage von Parkinson's UK unter über 2.000 Betroffenen ergab: Mehr als ein Viertel erhielt zuvor falsche Diagnosen.
Daxa Kalayci, 56, aus Leicester, wartete vier Jahre auf die korrekte Parkinson-Diagnose im September 2019 – nach mehreren Fehlern.
„Dieser Test könnte für Suchende wie mich einen Wendepunkt bedeuten“, sagt sie.
„Toll, dass künftig Termine, Wartezeiten und Unsicherheiten entfallen könnten. Je schneller verfügbar, desto besser – jede Hilfe bei der Diagnose zählt.“