Sie sind bei weitem nicht allein damit. In sozialen Medien teilen unzählige Reisende ähnliche Erlebnisse. 2017 führte Virgin Atlantic sogar Warnhinweise in ihren Bord-Entertainment-Systemen ein, um Passagiere vor emotionalen Filmen zu schützen.
Der Phänomen, das als 'Mile-High Cry Club' bekannt ist, ist wissenschaftlich noch wenig erforscht. Dennoch deuten Experten auf eine Mischung aus psychologischen und physiologischen Faktoren hin. Reisen ist oft stressig und emotional aufwühlend: Der Abschied von der Familie, die Hektik am Flughafen oder Flugangst setzen viele bereits in einen vulnerablen Zustand. In 35.000 Fuß Höhe fühlen wir uns ohnehin schutzlos.
Dazu kommt der Einfluss der Kabinenhöhe: Der niedrigere Luftdruck verursacht eine leichte Hypoxie – einen Sauerstoffmangel im Gehirn. Studien zeigen, dass dies negative Emotionen verstärkt und die Stressresistenz mindert. Kein Wunder, dass selbst harte Brocken bei Tränentreibern weich werden.