Der Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) hat eine bahnbrechende Phase-3-Studie zu seinem monoklonalen Antikörper VIR-7831 veröffentlicht. Das Medikament reduziert bei Patienten mit leichten bis mittelschweren COVID-19-Verläufen das Risiko für Krankenhauseinweisungen oder Todesfälle um beeindruckende 85 Prozent. Aufgrund dieses überzeugenden Erfolgs wurde die globale Studie vorzeitig abgebrochen.
GSK und Partner Vir Biotechnology planen nun umgehend eine Notfallzulassung in den USA sowie Zulassungen in weiteren Ländern, darunter möglicherweise Großbritannien.
Monoklonale Antikörper sind laborgestellte Moleküle, die natürliche menschliche Antikörper imitieren und gezielt gegen das Virus wirken.
Die erste Zwischenauswertung basierte auf Daten von 583 risikobehafteten Patienten.
Nach Angaben von GSK blockiert VIR-7831 das Virus-Eindringen in gesunde Zellen und eliminiert infizierte Zellen effektiv – ein doppelter Wirkmechanismus.
Separate Labortests bestätigen die Wirksamkeit gegen dominante Varianten wie Kent, südafrikanisch und brasilianisch.
Die Verabreichung erfolgt als einmalige intravenöse Infusion.
„Wir freuen uns, dass dieser einzigartige monoklonale Antikörper den Patienten einen so großen Nutzen bringen konnte“, betonte Dr. Hal Barron, Chief Scientific Officer bei GSK. „Wir freuen uns auf die Möglichkeit, VIR-7831 Patienten so bald wie möglich zur Verfügung zu stellen und sein Potenzial in anderen Szenarien weiter zu erforschen.“
Eine parallele Studie bei schweren Krankenhauspatienten wurde hingegen wegen fehlendem Nutzen eingestellt.

Dr. Alexander Edwards, außerordentlicher Professor für biomedizinische Technologie an der University of Reading, kommentierte: „Ich möchte die vollständige Studie sehen, doch der gemeldete Erfolg ist spektakulär. VIR-7831 ergänzt Impfstoffe und andere Therapien und könnte die Auswirkungen von COVID-19 erheblich mildern.“
„Diese Klasse ist besonders wertvoll für immungeschwächte Personen, wie Krebspatienten, deren Immunantwort ergänzt werden muss.“
„Es markiert einen Meilenstein für monoklonale Antikörper gegen Virusinfektionen – bisher hauptsächlich bei Krebs und Autoimmunerkrankungen im Einsatz, nun mit enormem Potenzial bei Infektionen.“