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Dr. Michael Mosley: So bekämpfen Sie Zoom-Müdigkeit effektiv – wissenschaftliche Tipps

Das neue Jahr naht, und ich habe einen festen Vorsatz: Weniger Zeit in Zoom und anderen Videokonferenz-Tools verbringen. Was während des Lockdowns eine willkommene Möglichkeit war, um in Kontakt zu bleiben, ist für mich zu einer ermüdenden Belastung geworden, die meine Lebensfreude mindert.

Um die Ursachen der Zoom-Müdigkeit zu verstehen, sprach ich mit Prof. Jeremy Bailenson, Gründungsdirektor des Stanford Virtual Human Interaction Lab (VHIL). In einer Studie aus dem Jahr 2021 analysierte er die Gründe und schlug praktische Lösungen vor.

Erstens sorgt Zoom für intensiven Nahaufnahme-Augenkontakt – viel mehr als im echten Leben. In Präsenzen schweife ich oft ab, kritzle oder blicke aus dem Fenster.

Bei meiner ersten TV-Moderation holte ich mir Rat von Jeremy Clarkson (nach den Drehs zu Inventions That Changed The World). Sein Tipp: Nicht starr in die Kamera schauen, sondern in die Ferne blicken, um nachdenklich zu wirken. Starren wirkt ermüdend und unnatürlich.

Zudem erfordert nonverbale Kommunikation auf Zoom übertriebene Gesten wie Lächeln und Nicken, was erschöpfend ist. Eine Lösung: Kamera ausschalten, wenn Sie nicht sprechen – und den Raum unauffällig verlassen.

Zweitens stört die ständige Selbstansicht. Normale Meetings haben keine Riesen-Spiegel. Studien zeigen: Sich selbst sehen macht selbstkritisch.

In einem TV-Experiment platzierten wir Muffins und Äpfel in der Fußgängerzone. Ohne Spiegel griffen die meisten zu Muffins; mit Spiegel wählten viele Äpfel. Gute Nachricht: Die meisten Plattformen bieten eine Option, um die Eigenansicht auszublenden.

Drittens einschränkt Zoom die Bewegungsfreiheit. Stilles Sitzen ist gesundheitsschädlich; ich telefoniere lieber im Gehen, um wach zu bleiben. Bailenson rät, die Kamera passend auszurichten – oder einfach ohne Kamera herumlaufen!

  • Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 371 des BBC Science Focus Magazine.