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Europas ungenutztes Windkraftpotenzial: Genug Kapazitäten für den globalen Energiebedarf bis 2050

Eine umfassende Analyse aller geeigneten Standorte für Onshore-Windparks auf dem europäischen Festland offenbart enormes Potenzial: Der Kontinent könnte bis 2050 genug Energie für die gesamte Welt liefern.

Die Studie von Forschern der University of Sussex und der Universität Aarhus zeigt, dass 11 Millionen Windkraftanlagen auf fünf Millionen Quadratkilometern 497 Exajoule Energie erzeugen könnten – mehr als genug für die prognostizierte globale Nachfrage im Jahr 2050. Türkei, Russland und Norwegen weisen das größte Potenzial auf, betonen die Experten.

„Unsere Studie deutet darauf hin, dass der Horizont für den Onshore-Windsektor rosig ist und dass die europäischen Bestrebungen nach einem zu 100 Prozent erneuerbaren Energienetz technologisch in unserer kollektiven Reichweite liegen“, erklärt Co-Autor Benjamin Sovacool, Professor für Energiepolitik an der University of Sussex. „Natürlich sagen wir nicht, dass wir an allen identifizierten Standorten Turbinen installieren sollten, aber die Studie unterstreicht das enorme Windkraftpotenzial in ganz Europa, das wir nutzen müssen, um eine Klimakatastrophe abzuwenden.“

Mithilfe detaillierter globaler Windatlanten schlossen die Forscher ungeeignete Regionen aus – etwa aufgrund von Nähe zu Wohngebieten, Straßen oder militärischen/politischen Einschränkungen. Insgesamt eignen sich rund 46 Prozent der europäischen Fläche für Onshore-Windparks.

„Kritiker mögen einwenden, dass das schwankende Windangebot Onshore-Wind ungeeignet macht, um die Welt nachfrage zu decken“, sagt Peter Enevoldsen, Assistenzprofessor am Zentrum für Energietechnologien der Universität Aarhus. „Doch selbst ohne zukünftige Technologieentwicklungen bleibt Onshore-Wind die kostengünstigste reife Erneuerbare. Die Nutzung vielfältiger Windregionen in Europa ist entscheidend für ein vollständig dekarbonisiertes, 100-prozentig erneuerbares Energiesystem.“