Plastikverschmutzung kann „in nur wenigen Monaten Tausende von Kilometern zurücklegen“, haben Wissenschaftler der University of Exeter und der Zoological Society of London festgestellt. Ihre Ergebnisse wurden in der renommierten Zeitschrift Plos One veröffentlicht und basieren auf präzisen Daten von GPS- und Satelliten-Trackern an 25 Plastikflaschen.

Das Expertenteam setzte drei 500-ml-Flaschen direkt im Golf von Bengalen aus, um den Weg des Mülls nach dem Einstieg ins Meer zu analysieren. Eine Flasche legte dabei beeindruckende 2.845 km in nur 94 Tagen zurück – der längste gemessene Streckenabschnitt in der Studie.
Die übrigen Flaschen wurden entlang des Ganges platziert, der im Himalaya entspringt, durch Indien und Bangladesch fließt und schließlich in den Golf von Bengalen mündet.
„Unsere Flaschenpostetiketten zeigen eindrucksvoll, wie weit und wie schnell sich Plastikverschmutzung ausbreiten kann“, erklärt Hauptforscherin Dr. Emily Duncan vom Zentrum für Ökologie und Naturschutz am Penryn Campus der University of Exeter in Cornwall. „Es handelt sich um ein globales Problem: Ein Stück Plastik, das in einen Fluss oder Ozean fällt, könnte bald auf der anderen Seite der Welt angespült werden.“
Die Forscher beobachteten, dass Flaschen im Ganges stromabwärts zeitweise stecken blieben. Auf See hingegen legten sie enorme Distanzen zurück, zunächst entlang von Küstenströmungen, bevor sie sich weiter ausbreiteten.

Die Wissenschaftler sehen in den elektronischen Trackern ein „starkes Werkzeug“ zur Aufklärung und Sensibilisierung für Plastikverschmutzung. Sie schätzen, dass Flüssse bis zu 80 Prozent der Ozeanplastik beitragen. „Dies eignet sich ideal für den Unterricht in Schulen, damit Kinder nachvollziehen können, wohin ihre Flasche im Ozean treibt und wo sie landet“, betont Dr. Duncan.
Die Studie entstand im Rahmen der National-Geographic-Expedition „Sea to Source: Ganges“.