Archäologen des National Trust for Scotland haben das Schlachtfeld von Culloden mithilfe moderner 3D-Scanning-Techniken präzise kartiert – 275 Jahre nach der entscheidenden Schlacht.
Experten betonen, dass diese Technologie das detaillierteste Bild der Landschaft von 1746 liefert, als der letzte Jakobitenaufstand in einer der erschütterndsten Schlachten der britischen Geschichte kulminierte.

Culloden bei Inverness war Schauplatz des letzten Gefechts der Jakobiten-Rebellion. Die Armee von Charles Edward Stuart, bekannt als Bonnie Prince Charlie, wurde hier von britischen Truppen unter William Augustus, Herzog von Cumberland, vernichtend geschlagen.
Die Jakobiten strebten den Sturz des Hauses Hannover an, um die Stuarts wieder auf den Thron zu bringen. Doch am 16. April 1746 endete der Aufstand blutig: Etwa 1.500 Jakobiten fielen innerhalb einer Stunde – die letzte offene Schlacht auf britischem Boden.
Mithilfe von Laserscans und Lidar-Technologie (Light Detection and Ranging) erstellten Fachleute hochaufgelöste topografische Karten, die die Landschaft exakt wie am Tag der Schlacht wiedergeben.
"Diese Karten bieten das derzeit detaillierteste Verständnis der Landschaft von 1746", erklärt Derek Alexander, Leiter der Archäologie beim National Trust for Scotland (NTS). "Mit 21. Jahrhundert-Technologie können wir erahnen, was die Soldaten damals sahen – von den Positionen der Gegner bis hin zu ihren Waffen."
"Für das Verständnis von Taktik und Ausgang der Schlacht ist das ein mächtiges Werkzeug."
Der NTS bewirbt Culloden als UNESCO-Weltkulturerbe. Bei Erfolg wäre es die siebte Stätte in Schottland, neben der Antoninusmauer, Heart of Neolithic Orkney, New Lanark, der Alt- und Neustadt von Edinburgh, St. Kilda und der Forth Bridge.
Der Trust warnt: Die Stätte ist durch Wohn- und Gewerbeprojekte bedrohter denn je.
AOC Archaeology erstellte die Karten zum 275. Jahrestag. Sie integrieren Schichten mit Ausgrabungs- und Fundorten über die Jahre.
"Diese Karten schützen Culloden nicht nur für die Vergangenheit, sondern auch für die Zukunft", sagt Raoul Curtis-Machin, Betriebsleiter vor Ort. "Sie zeigen präzise Veränderungen durch Bauvorhaben und helfen, das einzigartige Erbe Schottlands zu bewahren."