"Kabinenfieber" ist zwar kein offizieller psychologischer Fachbegriff, beschreibt aber treffend die Unruhe und Reizbarkeit, die viele empfinden, wenn sie tagelang in Innenräumen gefangen sind – wie während der Lockdowns. Diese ängstliche Frustration ist nachvollziehbar: Sie blockiert unsere drei grundlegenden psychologischen Bedürfnisse nach Autonomie (selbstbestimmtes Handeln), Kompetenz (Ziele erreichen und Fähigkeiten ausbauen, was drinnen schwerfällt) und Verwandtschaft (soziale Verbundenheit).
Dazu kommt der Mangel an Bewegung, frischer Luft und Sonnenlicht, die essenziell für körperliches und mentales Wohlbefinden sind. Alleinleben birgt Einsamkeitsrisiken, enge Koexistenz mit Familie oder Partnern hingegen Konfliktpotenzial.
Die gute Nachricht: Diese Auslöser deuten auf Lösungen hin. Strukturieren Sie Ihren Tag für mehr Kontrolle, nutzen Sie die Zeit zum Erlernen neuer Skills, pflegen Sie Kontakte per Telefon oder Video. Bewegen Sie sich regelmäßig, achten Sie auf Privatsphäre und greifen Sie bei Garten oder Balkon zu frischer Luft.