Als erfahrener Himmelsbeobachter weiß ich: Hydra ist das größte Sternbild und dennoch eines der schwierigsten zu umreißen. Von Mitte März bis Mitte April windet sich die Wasserschlange über den südlichen Himmel und braucht volle neun Stunden, um vollständig über dem Horizont in Großbritannien sichtbar zu werden. Mit etwas Geduld und klaren Anleitungen gelingt das Nachzeichnen problemlos.
Hydras Kopf bildet ein kleines, tropfenförmiges Muster seitlich unter dem schwachen, umgekehrten Y von Cancer, dem Krebs. Schwierigkeiten? Ziehen Sie die Seite des Großen Wagen (Pflug), die dem Griff am nächsten liegt, nach unten zum hellen Regulus im Löwen.

Über Regulus entdecken Sie die rückwärtsgerichtete Sichel – ein markantes Fragezeichen. Gehen Sie eineinhalb Sichelhöhen direkt von Regulus aus nach unten: Direkt darunter liegt Hydras tropfenförmiger Kopf.
Von dort schauen Sie nach unten und links zum isolierten orangenen Stern Alphard, Hydras Alpha-Stern – sein Name bedeutet „der Einsame“. Der Körper schlängelt sich von Alphard links und unten weiter, doch er ist subtil gezeichnet.
Auf Hydras Rücken thront Sextans, der Sextant, nahe Alphard. Seine drei schwachen Sterne machen ihn jedoch schwer auffindbar.
Weiter entlang des Rückens taucht Crater, der Becher, auf – schwach, aber charakteristisch. Ziehen Sie den gebogenen Griff des Pflugs von der Klinge weg zu Arcturus in Bootes, dann zu weißem Spica in der Jungfrau. Crater hängt vom Mittelpunkt der Linie zwischen Alphard und Spica herab.
Mehr davon
Links vom Becher sitzt Corvus, die Krähe – ein kompaktes, markantes Viereck aus helleren Sternen. Es bildet den Asterismus „Segel“, das wie das Segel eines alten Boots am Horizont wirkt.