Ein Akkord entsteht, wenn mehrere Noten gleichzeitig gespielt oder gesungen werden – selbst einfache Kombinationen wecken klare Emotionen. Musiker, Psychologen, Physiker und Mathematiker debattieren seit Langem, warum das so ist.
Ein Dur-Akkord basiert auf der ersten, dritten und fünften Stufe der Dur-Tonleiter und wird von Kindern wie Erwachsenen in westlichen Kulturen als fröhlich empfunden. Senkt man die mittlere Note um einen Halbton (eine Taste links auf dem Klavier), entsteht ein Moll-Akkord, der typischerweise traurig wirkt.
Dies spiegelt sich in der Sprache wider: Studien zeigen, dass traurige Texte Moll-Noten und glückliche Dur-Noten bevorzugen. Neurowissenschaftler haben nachgewiesen, dass Dur- und Moll-Akkorde unterschiedliche Aktivitäten in den Emotionszentren des Gehirns auslösen.
Eine physikalische Erklärung liefert der deutsche Wissenschaftler Hermann von Helmholtz im 19. Jahrhundert: Moll-Akkorde erzeugen komplexere Schallwellen, die härter zu verarbeiten sind und weniger harmonisch klingen.
Doch ist das universell? Bei den Khowar- und Kalash-Stämmen in Nordwest-Pakistan assoziieren Hörer Moll mit Positivem und Dur mit Negativem – entgegen westlicher Wahrnehmung.
Forschung deutet hin: Unsere Assoziationen entstehen teilweise durch frühe, intensive Exposition gegenüber kultureller Musik und sogar Alltagssprache.