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Warum bekommen Pflanzen keinen Sonnenbrand? Die wissenschaftlichen Schutzmechanismen

Vor etwa 700 Millionen Jahren kolonisierten Pflanzen das Land. Eine entscheidende Anpassung war der Schutz vor ultravioletten (UV-)Strahlen der Sonne, da Meerwasser sie zuvor abgeschirmt hatte.

Seit 2011 wissen Wissenschaftler von dem Protein UVR8 in Pflanzenzellen, das schädliche UVB-Strahlen erkennt – die Hauptursache für Sonnenbrände. Es aktiviert die Produktion schützender Verbindungen, die UV-Schäden blockieren und DNA reparieren.

2014 entdeckten Forscher der Purdue University in den USA das Molekül Sinapoylmalat als einen dieser Schützer. Es nutzt quantenmechanische Effekte, um UVB-Strahlen zu absorbieren. Diese Fähigkeit ist allen Landpflanzen und Algen eigen – ein uralter Mechanismus.

Trotzdem sind Pflanzen nicht unempfindlich. Starke, langanhaltende UVB-Strahlung schädigt Blätter und Rinde, besonders bei Dehydration, da der Transport von Schutzstoffen behindert wird.

Ironischerweise hält sich unter Gärtnern der Mythos, dass Gießen in der Mittagssonne Sonnenbrand durch wasserähnliche Linsen verursacht. 2011 widerlegten Forscher der Eötvös-Universität in Budapest das mit Computermodellen und Experimenten: Der Brechungsindex von Wasser reicht nicht aus.

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