Im Katastrophenfilm Moonfall von Roland Emmerich fällt der Mond aus ungeklärten Gründen auf die Erde – ein Szenario, das fasziniert und Fragen aufwirft: Wie könnte das passieren? Welche Konsequenzen hätte es? Und ist unser echter Mond sicher?
Dr. Tony Cook, Dozent für Physik an der Aberystwyth University, beruhigt: Der Mond bleibt stabil, solange er ungestört ist. „Es herrscht ein stabiles Gleichgewicht zwischen Erde und Mond“, erklärt er. „Beide rotieren um das Baryzentrum, ihren gemeinsamen Schwerpunkt.“
Dieser Punkt liegt innerhalb der Erdoberfläche, näher an unserem Planeten. „Stellen Sie sich eine Wippe vor: Bei einer schweren Person auf einer Seite und einem Leichtgewicht auf der anderen verschiebt sich der Balancepunkt zur schwereren Seite“, veranschaulicht Cook.
Doch was, wenn äußere Kräfte eingreifen, wie die bösartigen Außerirdischen im Trailer von Moonfall? „Als Außerirdischer bräuchten Sie mächtige Antriebsmotoren auf der Mondoberfläche“, sagt Cook. „Eine Ablenkung der Umlaufbahn wäre über lange Zeit möglich, erfordert aber enorme Energie – und müsste sanft erfolgen, um den Mond nicht zu zerbrechen. Ähnliche Techniken werden für Asteroiden diskutiert.“

Sollte der Mond langsam zur Erde gelenkt werden, wären die Folgen katastrophal. „Bei halber Entfernung wären die Gezeiten achtmal stärker“, warnt Cook. „Massive Küstenüberschwemmungen, verstärkte Gravitation im Erdinneren – das könnte Mantelbewegungen auslösen, mehr Vulkanismus und Erdbeben verursachen.“
Die filmspezifische Szene mit Ozeanen, die in den Himmel gesogen werden? „Unwahrscheinlich“, lacht Cook. „Die Meere würden chaotisch tosen, Tsunamis entstehen – aber kein Wasser, das in die Atmosphäre steigt.“
Moonfall greift reale Phänomene auf: Die NASA warnt vor einem „Moonwobble“ ab Mitte der 2030er, Teil eines 18,6-jährigen Zyklus. In der ersten Hälfte dämpft er Gezeiten, in der zweiten verstärkt er sie. „Dieser Zyklus begleitet uns historisch“, sagt Cook, „kombiniert mit steigendem Meeresspiegel, könnte er in Küstenregionen Überschwemmungen verschärfen.“
Die Realität ist subtiler als Hollywood: Moonwobble klingt weniger dramatisch als Mondfall.
Fazit: Astronomen bestätigen: Der Mond bleibt vorerst stabil. Kein Grund zur Panik!
- Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 373 des BBC Science Focus Magazine – Hier erfahren Sie, wie Sie sich anmelden können