US-Wissenschaftler haben einen hochpräzisen Bluttest entwickelt, der den Eintritt der Menopause bis zu zwei Jahre vorab vorhersagen kann.
Forscher der University of Colorado und des Massachusetts General Hospital messen dazu die Spiegel des Anti-Müller-Hormons (AMH) im Blut. Dieser Test ist empfindlich genug, um selbst sehr niedrige AMH-Werte zu erfassen, die typischerweise ein bis zwei Jahre vor der letzten Menstruation auftreten.
Dr. Nanette Santoro von der University of Colorado Medical School, eine der führenden Studienautorinnen, erklärt: „Eine Möglichkeit zu finden, die Zeit bis zur letzten Menstruation präzise zu messen, ist seit Langem der heilige Gral der Menopauseforschung.“
„Bisherige Methoden wie Blutungsmuster oder frühere Tests eingrenzen das Zeitfenster nur auf vier Jahre – klinisch ungenau. Empfindlichere AMH-Messungen ermöglichen Frauen fundiertere medizinische Entscheidungen.“
Frauen werden mit ihrem gesamten Eizellenbestand geboren, der kontinuierlich abnimmt. AMH, produziert in den Eierstöcken, reguliert die Entwicklung der Follikel, aus denen Eizellen reifen. Niedrige AMH-Spiegel, etwa bei Frauen über 48, signalisieren einen bevorstehenden Eizellenmangel und damit die Menopause.
Das Team evaluierte Blutproben von 1.537 Frauen im Alter von 42 bis 63 Jahren aus der langfristigen Studie „Study of Women’s Health Across the Nation“ (SWAN), die menopausale Veränderungen detailliert verfolgt.
Die Ergebnisse zeigen: Bei Frauen Ende 40 bis Anfang 50 lässt sich der Menopausebeginn innerhalb von 12 bis 24 Monaten prognostizieren.
Dr. Joel S. Finkelstein vom Massachusetts General Hospital betont: „AMH galt lange als idealer Marker, doch frühere Tests waren nicht sensibel genug für die kritischen Tiefstwerte vor der Menopause.“
„Nur eine Kohorte wie SWAN, die Frauen jahrelang von vor bis nach der Menopause begleitet, liefert die Daten für diesen Beweis.“
Die Studie erscheint im renommierten Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism der Endocrine Society.