Ein Team renommierter Wissenschaftler der University of California, San Diego, hat den innovativen Bluttest PanSeer entwickelt. Dieser erkennt fünf häufige Krebsarten – Magen-, Speiseröhren-, Darm-, Lungen- und Leberkrebs – bis zu vier Jahre vor dem Auftreten von Symptomen.
Der Test übertrifft herkömmliche Methoden wie Bildgebung oder Biopsien und identifiziert Betroffene mit hohem Risiko frühzeitig. Die Ergebnisse, veröffentlicht in der renommierten Fachzeitschrift Nature Communications, müssen in größeren Studien bestätigt werden.
Kun Zhang, Professor an der UC San Diego und Mitautor der Studie, erklärt: „Das ultimative Ziel wäre die routinemäßige Durchführung solcher Bluttests bei jährlichen Gesundheitschecks. Zunächst priorisieren wir jedoch Personen mit erhöhtem Risiko, etwa durch familiäre Belastung, Alter oder bekannte Risikofaktoren.“
Die Forscher analysierten Plasmaproben von 605 symptomfreien Personen, von denen später 191 Krebs entwickelten. Zusätzlich untersuchten sie Proben von 223 Krebspatienten sowie 200 Gewebeproben aus Primärtumoren und Normalgewebe.
Der PanSeer-Test erkannte Krebs bei 95 % der Teilnehmer, die zum Probenzeitpunkt symptomfrei waren und später erkrankten. Bei bereits diagnostizierten Patienten lag die Erkennungsrate bei 88 % der 113 Proben, gesunde Proben wurden in 95 % korrekt identifiziert.
Die Methode basiert auf der Detektion minimaler Mengen zirkulierender Tumor-DNA im Blut – ein nicht-invasiver Ansatz höchster Präzision.
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Bluttests zur Krebsfrüherkennung stehen seit Jahren im Fokus der Forschung, da sie invasive Eingriffe überflüssig machen. Unser Ansatz ist einzigartig: Durch Zugang zu symptomfreien Proben konnten wir Marker entdecken, die konventionelle Diagnosen um Jahre überholen.
Weitere großangelegte Studien sind essenziell, um die Wirksamkeit bei nicht-diagnostizierten Personen zu validieren. Die Autoren betonen: „Diese Ergebnisse belegen, dass Krebs bis zu vier Jahre vor dem üblichen Behandlungszeitpunkt nicht-invasiv nachweisbar ist.“