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Expertenwarnung: BAME-Kinder stärker gefährdet für seltenes COVID-19-assoziiertes Syndrom

Ein seltenes Syndrom bei Kindern im Zusammenhang mit COVID-19 betrifft vor allem Kinder mit afrikanischem Erbe oder BAME-Hintergrund stärker als solche europäischen Ursprungs, wie Experten aus renommierten Kinderkliniken berichten.

Das Evelina London Children’s Hospital teilte mit, dass rund 70–80 % der über 70 dort behandelten Kinder einen schwarzen, asiatischen oder ethnischen Minderheitenhintergrund (BAME) hatten.

Eine Studie mit 21 Kindern aus dem Krankenhaus Necker-Enfants Malades in Paris bestätigte dies: 57 % waren afrikanischer Abstammung, 29 % europäisch und 10 % asiatisch.

Typische Symptome umfassen hohes, anhaltendes Fieber und Hautausschlag. Manche Kinder leiden zusätzlich unter Bauchschmerzen und Magen-Darm-Problemen.

Während einige Patienten eine intensivmedizinische Behandlung benötigten, reagierten andere rasch auf die Therapie und konnten entlassen werden.

Das Syndrom ähnelt der Kawasaki-Krankheit, die vor allem Kinder unter fünf Jahren befällt und mit Fieber, Hautausschlägen, Schwellungen und toxischer Schockreaktion einhergeht.

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Dr. Sara Hanna, medizinische Direktorin des Evelina London Children’s Hospital, betonte die Seltenheit des Syndroms.

Sie ergänzte: „Seit Mitte April 2020 haben wir über 70 Fälle behandelt, davon 70–80 % mit BAME-Hintergrund – einschließlich des tragischen Todes eines 14-jährigen Jungen afrikanisch-karibischer Herkunft.“

„Aktuelle Forschung untersucht Ursachen wie erhöhten BMI, niedrige Vitamin-D-Spiegel und sozioökonomische Faktoren, besonders in unserer vielfältigen Patientenpopulation im Südosten Londons.“

„Die Fallzahlen sind minimal, doch Eltern sollten bei anhaltendem hohem Fieber ohne klare Ursache, roten Augen, Bauchschmerzen, Durchfall oder Ausschlag sofort einen Arzt konsultieren.“

Mitte Mai schätzte Professor Russell Viner, Präsident des Royal College of Paediatrics and Child Health, 75 bis 100 Fälle im Vereinigten Königreich. Er wies auf die Seltenheit hin und den Zusammenhang mit vorangegangenen COVID-19-Infektionen.

Die Pariser Studie im British Medical Journal (BMJ) beschrieb bei allen 21 Kindern (3–16 Jahre) Magen-Darm-Beschwerden, bei 76 % Hautausschlag und Myokarditis. 90 % hatten Spuren einer kürzlichen COVID-19-Infektion.

Obwohl 81 % intensivmedizinisch versorgt wurden, entließen alle bis 15. Mai ohne schwere Komplikationen.

Die Forscher fordern erhöhte Wachsamkeit, insbesondere in Regionen mit vielen Kindern afrikanischer Abstammung, und weitere Untersuchungen zu sozialen, umweltbedingten und genetischen Risikofaktoren.