Therapien wie Bewegung und soziale Interaktion können bei der Behandlung von Depressionen bei Demenzpatienten genauso wirksam oder sogar überlegen zu manchen Medikamenten sein, zeigt eine aktuelle Studie.
Die Forscher empfehlen, dass Demenzpatienten und ihre Betreuer diese Erkenntnisse nutzen, um mit Ärzten über nicht-medikamentöse Behandlungsoptionen zu sprechen.
Sie betonen, diese Ergebnisse könnten Kliniker sensibilisieren, Patienten mit Demenz und depressiven Symptomen solche Programme zu empfehlen. Politische Entscheidungsträger sollten Menschen mit Demenz, Pflegekräfte und Kliniker bei der Wahl nicht-medikamentöser Therapien unterstützen – statt rein medikamentöser Ansätze.
Ein internationales Forscherteam aus Kanada, Griechenland und dem Imperial College London analysierte für ein Paper im BMJ 256 Studien mit insgesamt 28.483 Demenzpatienten.
Bisher hatten einzelne randomisierte Studien Hinweise geliefert, dass nicht-medikamentöse Ansätze wie Bewegung Depressionssymptome lindern können. Doch die vergleichende Wirksamkeit zu Medikamenten war bislang unklar.
In der Auswertung von Studien mit 25.177 Demenzpatienten ohne schwere Depression, aber mit Symptomen, zeigten sieben Programme eine stärkere Symptomreduktion als die übliche Versorgung:
Kognitive Stimulation, kognitive Stimulation kombiniert mit Cholinesterase-Hemmern (Demenzmedikamente), Massage- und Berührungstherapie, multidisziplinäre Betreuung, Ergotherapie, Bewegung mit sozialer Interaktion und kognitiver Stimulation sowie Reminiszenztherapie.
Massage- und Berührungstherapie, kognitive Stimulation mit Cholinesterase-Hemmer sowie Bewegung mit sozialer Interaktion und kognitiver Stimulation wirkten „wirksamer als einige medikamentöse Interventionen“, so die Experten.
Zusammenfassend: „In dieser systematischen Übersichtsarbeit erwiesen sich nicht-medikamentöse Interventionen als wirksamer als medikamentöse zur Linderung depressiver Symptome bei Demenzpatienten ohne schwere Depression.“