Die situativen Grenzen spielen hier eine entscheidende Rolle: Ein zu spät kommender Fußgänger kann einfach schneller gehen, doch ein Autofahrer muss oft der Geschwindigkeit des Vordermanns folgen oder anderen Fahrzeugen ausweichen. Hinzu kommt unsere starke Territorialität bezüglich des Autos – es fühlt sich wie unsere private Blase an, was im Kontrast zum belebten öffentlichen Straßenverkehr steht.
Diese Territorialität als Auslöser für Straßenwut wurde in einer Studie der Colorado State University von 2008 bestätigt. Sie zeigte: Menschen, die ihr Auto stark personalisieren (z. B. mit Aufklebern als Markierung ihres Territoriums), reagieren aggressiver auf andere Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer. Allerdings verändert Autofahren unseren Charakter nicht grundlegend – Studien belegen, dass generell impulsive und aggressive Personen im Verkehr öfter ausrasten.