DeuAq.com >> Leben >  >> Wissenschaft

Mythos enttarnt: Macht starker Wind Kinder wirklich hyperaktiv?

Der Glaube daran ist weit verbreitet: Viele Erwachsene sind überzeugt, dass starker Wind Kinder unruhig macht. Eine Umfrage unter Hunderten britischer Schulleiter aus dem Jahr 2020 zeigte, dass 74 Prozent starker Wind als schlechtestes Wetter für das Schülverhalten halten – vor Hitze, Schnee oder Regen. Als Pädagogen und Forscher sollten wir solche Beobachtungen ernst nehmen, doch wissenschaftliche Belege fehlen weitgehend.

Eine Studie der University of Central Lancashire von 1989 ergab sogar das Gegenteil: An windigen Tagen wurden weniger Kinder wegen Störungen in einen "ruhigen Raum" geschickt. Forscher der University of Nevada untersuchten 1990 Wetterfaktoren inklusive Wind: Vorschulkinder verbrachten bei stürmischem Wetter zwar weniger Zeit mit Lernmaterialien, dafür mehr mit positiver sozialer Interaktion – mit Gleichaltrigen und Lehrern, ohne Aggression. Sie suchten offenbar menschliche Nähe, wenn das Wetter unangenehm war. Ein Effekt des Winds also, aber kein hyperaktives Verhalten.

Eine weitere Untersuchung der Carleton University in Kanada zu Kinderverhalten und Wetter zeigte: Stärkerer Wind hing nicht mit negativen Emotionen zusammen, sondern mit geringerer Entschlossenheit und Aktivität. Die Forscher führen dies auf kalte, beißende Winde in der Jahreszeit zurück – demotivierend, aber kein Beleg für "verrückte" Hyperaktivität.

Zusammenfassend: Die wenigen Studien deuten darauf hin, dass der Mythos vom windigen Hyperaktivitätsausbruch ein Aberglaube ist – ähnlich wie die Idee, Zucker mache Kinder verrückt.