Laut einer neuen Studie folgt das Lippenschmatzen von Schimpansen einem Rhythmus, der dem der menschlichen Sprache strikingly ähnelt.
Affen nutzen diese charakteristische Gesichtsgeste – schnelle Zyklen vertikaler Kieferbewegungen – zur Kommunikation. Erstmals beobachtet bei afrikanischen Menschenaffen, dem Menschen nächsten Verwandten, zeigt sich: Ihr Lippenschmatzen entspricht im Tempo der menschlichen gesprochener Sprache.
Die Ergebnisse, veröffentlicht in der renommierten Fachzeitschrift Biology Letters, gelten als „entscheidender Schritt“ zur Lösung des Rätsels um die Evolution der menschlichen Sprache.
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Beim menschlichen Sprechen öffnet und schließt der Mund 2 bis 7 Mal pro Sekunde, wobei jeder Zyklus einer Silbe entspricht.
Dieser rhythmische Puls zeigt sich auch bei Gibbons, Orang-Utans und Makaken. Lippenschmatzen bei Schimpansen, unseren nächsten Verwandten, war jedoch bisher ununtersucht.
Ein internationales Forscherteam von der University of St Andrews, der University of York und der University of Warwick analysierte Videos von vier Schimpansenpopulationen: aus den Zoos von Edinburgh und Leipzig sowie Wildgruppen in Uganda (Kanyawara und Waibira).
Ergebnis: Beim Lippenschmatzen öffnen und schließen Schimpansen den Mund im Schnitt viermal pro Sekunde – putzbezogen oder kommunikativ.

Diese Entdeckung unterstreicht: Die menschliche Sprache hat „ralte Wurzeln“ in der Primatenkommunikation. Experten sehen hier einen Vorläufer von Stimmsystemen, die zum Sprechen führten.
Studienleiter Dr. Adriano Lameira von der Psychological Faculty der University of Warwick erklärt: „Unsere Ergebnisse beweisen, dass gesprochene Sprache aus ‚Zutaten‘ entstand, die bei Primaten und Hominiden bereits vorhanden waren. Dies löst ein zentrales Rätsel der Sprachentwicklung.“
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Er ergänzt: „Rhythmusunterschiede zwischen Populationen deuten auf Flexibilität hin – keine reinen Stereotypen. Wie beim Menschen könnten individuelle, soziale und umweltbedingte Faktoren Schimpansen-Gespräche prägen.“