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Warum haben Enten korkenzieherförmige Penisse? Evolutionsbiologin erklärt den Geschlechterkampf

Die Genitalien von Entenmännchen sind faszinierend ungewöhnlich. Viele kennen Bilder oder Berichte darüber: Statt der typischen phallischen Form ist der Penis korkenzieherförmig und oft extrem lang.

Warum ist das so? Wie paaren sich Enten? Und welche evolutionären Gründe stecken dahinter? Wir haben Dr. Patricia Brennan, Evolutionsbiologin am Mount Holyoke College in den USA und führende Expertin für Enten-Genitalien, befragt. Lesen Sie weiter und verstehen Sie, warum diese Anpassungen ein Meisterwerk der Evolution darstellen.

Das Aussehen von Entenpenissen

Warum haben Enten korkenzieherförmige Penisse? Evolutionsbiologin erklärt den Geschlechterkampf

"Sie ähneln einem Tentakel", beschreibt Brennan, "mit blasser Färbung und Korkenzieherform."

Bei vielen Arten wächst der Penis während der Brutzeit und schrumpft danach. Studien unter Brennans Leitung aus dem Jahr 2017 zeigten: Erpel unter Konkurrenz durch andere Männchen entwickeln deutlich längere Penisse als solche in Paarbindungen. Bei der Rotente erreichen sie bis zu 18 cm – bei einer Gesamtkörperlänge von nur 39 cm.

Die Seeente aus Südamerika hält den Rekord für den längsten Vogelpenis absolut und relativ zur Körpergröße unter Wirbeltieren: Ein Exemplar aus Argentinien maß 42,5 cm ausgewickelt, bei 36–46 cm Körperlänge. Zum Vergleich: Der durchschnittliche erigierte menschliche Penis beträgt 13–18 cm.

Guinness World Records notiert Stacheln an der Basis und eine "weiche, bürstenartige" Spitze.

Auch Enten-Vaginas sind korkenzieherförmig, aber gegenläufig. "Ein echtes Labyrinth", sagt Brennan: "Mehrere blinde Taschen am Eingang, gefolgt von engen Spiralen."

So funktioniert der Entenssex

"Blitzschnell!", betont Brennan. Der Penis evertiert und ejakuliert in einer Drittelsekunde – ein kurzer Kloakenkontakt reicht. (Video hier.) Das Sperma wird nahe dem Eierstock abgelegt.

Die evolutionäre Entwicklung dieser Genitalien

Warum haben Enten korkenzieherförmige Penisse? Evolutionsbiologin erklärt den Geschlechterkampf

Die extravaganten Formen resultieren aus einem sexuellen Wettrüsten. Zwangskopulationen sind bei Enten häufig. Lange, flexible Penisse verbessern die Erfolgschancen der Männchen, doch die gegenläufigen Vaginas der Weibchen gewähren Kontrolle.

"Diese Strukturen blocken unerwünschte Penisse ab, sodass deren Sperma nah am Eingang landet und leichter entfernt werden kann", erklärt Brennans Forschung. Weibchen können so ungewollte Befruchtungen verhindern.

Bei gewünschten Partnern entspannen sie die Kloakenmuskeln für leichten Zugang.