Die NASA-Sonde Voyager 2 hat ihre ersten Daten aus dem interstellaren Raum übermittelt – ein Jahr, nachdem sie als zweites von Menschen konstruiertes Objekt das Sonnensystem verließ.
Vor 42 Jahren startete die Sonde von der Erde, 16 Tage vor ihrem Zwilling Voyager 1, und überquerte am 5. November 2018 die Heliopause, den äußeren Rand der Sonnenblase.
Sechs Jahre nach Voyager 1 drang sie aufgrund ihrer langsameren Bahn in das interstellare Medium ein – eine Region aus Gas, Staub und kosmischer Strahlung jenseits der Heliopause.
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In Studien der Fachzeitschrift Nature Astronomy bestätigten Forscher den Eintritt in den „Raum zwischen den Sternen“ durch einen markanten Anstieg der Plasmadichte – geladene Teilchen und Gas.
Ein Instrument an Bord registrierte diesen Sprung vom heißen, dünnen Plasma des Sonnenwinds zum kühleren, dichteren Plasma des interstellaren Raums.

Dieser Effekt ähnelt dem, den Voyager 1 erlebte, ergänzen die Wissenschaftler.
Astronomen wollen nun detailliert verstehen, wie Sonnenwinde – Ströme geladener Teilchen aus der Sonne – mit interstellaren Winden aus anderen Sternen interagieren.
Dr. Edward Stone, Physikprofessor am California Institute of Technology und Ex-Direktor des NASA Jet Propulsion Laboratory, erklärt: „Wir versuchen, die Natur der Grenze zu verstehen, an der diese beiden Winde aufeinanderprallen.“
Die unterschiedlichen Bahnen und Ziele der Sonden liefern wertvolle Einblicke in die Heliosphäre, die schützende Blase um Sonne und Sonnensystem.

Bill Kurth, Forschungswissenschaftler an der University of Iowa und Mitautor der Studien, betont: „Das deutet auf eine symmetrische Heliosphäre hin, zumindest an den Übergangspunkten beider Voyager-Sonden.“
Eine Studie zeigt: Das interstellare Medium nahe der Heliopause ist heißer als erwartet, mit Temperaturen von 30.000–50.000 K (29.000–49.000 °C).
Ein anderes Team entdeckte Schichten auf beiden Seiten der Heliopause – die äußere wurde erst durch Voyager 2 sichtbar.
Die Daten beider Sonden offenbaren ein komplexes, dynamisches System aus interstellarem Medium, Heliopause und Magnetfeldern.
Ursprünglich für Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun konzipiert, fliegen die Voyager weiter.
Trotz Heliopause-Übergang gelten sie noch im Sonnensystem, das bis zur Oort-Wolke reicht – einer Hülle aus Wassereis, Ammoniak und Methan.
Dr. Stone warnt: Die Plutonium-Energiequellen versagen bald, in etwa fünf Jahren könnten Instrumente und Sender ausfallen.
Dr. Kurth ist optimistisch: „Beide Voyager überdauern die Erde und umkreisen die Galaxie Milliarden Jahre lang. Die Kollisionswahrscheinlichkeit ist verschwindend gering.“