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IPCC-Bericht: Extreme Küstenüberschwemmungen könnten bis 2050 jährlich auftreten

Experten des Weltklimarats (IPCC) warnen: Nur drastische Kürzungen der Treibhausgasemissionen können die „beispiellosen“ Veränderungen in Ozeanen und gefrorenen Regionen durch die globale Erwärmung eindämmen.

Die Erde hat bereits 1 °C Erwärmung erlebt. Ozeane sind wärmer und saurer geworden, Fischbestände leiden darunter. Schmelzende Gletscher und Eisschilde treiben den Meeresspiegelanstieg voran – so der aktuelle UN-Wissenschaftsbericht.

Hunderte Millionen Menschen in Küstennähe – von Dörfern bis Megastädten – stehen vor höheren Meeren, intensiveren Tropenstürmen, extremen Sturmfluten und Überschwemmungen.

Weitere Millionen in Hochgebirgen oder flussabwärts sind von Gletscherschmelze bedroht, was Wasserversorgung und Ernährungssicherheit gefährdet.

Dringende Emissionsreduktionen begrenzen den Schaden für Ozeane, Kryosphäre, Menschen und Wildtiere, betonen die Berichterstatter.

Zusätzlich ist Anpassung an unvermeidbare Veränderungen wie den Meeresspiegelanstieg essenziell, so der neueste IPCC-Bericht.

Über 100 Autoren aus 36 Ländern stützten sich auf 7.000 Studien zu Ozeanen und Kryosphäre.

Der Meeresspiegelanstieg beschleunigt sich und wird Jahrhunderte andauern.

Im 20. Jahrhundert stieg er um 15 cm, heute um 3,6 mm/Jahr – mehr als doppelt so schnell durch Schmelze in Grönland und Antarktis.

IPCC-Bericht: Extreme Küstenüberschwemmungen könnten bis 2050 jährlich auftreten

Bis 2100 drohen 30–60 cm Anstieg bei starker Emissionsreduktion (Erwärmung <2 °C), oder 60–110 cm bei hohem Emissionspfad.

Steigende Meere verstärken Stürme und Gezeiten: Einmal-pro-Jahrhundert-Ereignisse könnten bis Mitte des Jahrhunderts jährlich eintreten.

Küstenschäden durch Überschwemmungen steigen bis 2100 um das 100- bis 1.000-Fache; manche Inselstaaten werden unbewohnbar.

Ozeane puffern Wärme und CO₂ ab, doch Korallen und Fischbestände leiden. Schmelzender Permafrost setzt weitere Treibhausgase frei.

Der Bericht baut auf der Vorjahres-IPCC-Studie auf, die 1,5-°C-Limit und rasche Maßnahmen fordert.

IPCC-Bericht: Extreme Küstenüberschwemmungen könnten bis 2050 jährlich auftreten

IPCC-Vorsitzender Hoesung Lee: „Meer, Arktis, Antarktis und Hochgebirge wirken fern, beeinflussen doch Wetter, Klima, Nahrung, Wasser, Gesundheit und Kultur weltweit.“

„Bei starken Emissionskürzungen bleiben Herausforderungen, doch machbar für Vulnerabelste.“

Dr. Debra Roberts (Arbeitsgruppe): Erster IPCC-Fokus auf Ozeane/Kryosphäre – mobilisiert zum Handeln. Klimaschutz und Anpassung sind zwingend.

Prof. Nerilie Abram (ANU): „Diese Regionen verändern sich bereits. Emissionsreduktion begrenzt Zukunftsrisiken; hohe Emissionen machen Anpassung unmöglich.“