Keine Sorge: Der Mythos, dass wir im Schlaf im Durchschnitt acht Spinnen pro Jahr verschlucken, ist widerlegt. Es gibt keinen Beweis dafür – weder für Spinnen noch für andere Insekten. Spinnen meiden Vibrationen wie Atmen oder Schnarchen sowie warme, feuchte Umgebungen. Zudem wäre eine solche Statistik unhaltbar: Wie sollte man ein verschlucktes Insekt nachträglich nachweisen?
Die gute Nachricht endet hier jedoch nicht. Andere Körperöffnungen können durchaus von Insekten oder ähnlichen Tieren heimgesucht werden. 2017 entfernte ein Arzt in Chennai, Indien, eine lebende Kakerlake aus der Nebenhöhle einer Patientin. Blutegel dringen gelegentlich in Nase, Rektum, Harnröhre oder Vagina ein. Endoskopien haben zudem Ameisen, Marienkäfer und Wespen im Rektum entdeckt.

Die Ohren sind besonders anfällig für Insekten. Zahlreiche medizinische Berichte beschreiben die Entfernung von Kakerlaken, Spinnen, Motten und sogar einer Mordwanze aus den Ohren von Patienten, die über anhaltende Summgeräusche klagten. Ohrwürmer verdienen ihren Namen wohl eher durch die Form ihrer Hinterflügel, klettern aber tatsächlich manchmal ins Ohr – angelockt vom Ohrenschmalz.
Beruhigend: Solche Vorfälle sind extrem selten, insbesondere in Großbritannien. Ärzte entfernen die Tiere stets ohne ernsthafte Komplikationen.
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