Die Grundprinzipien des Strahltriebs reichen bis in die Antike zurück. Im 1. Jahrhundert n. Chr. beschrieb Heron von Alexandria eine Dampfmaschine, die durch gegenläufige Dampfstrahlen aus zwei Düsen angetrieben wurde. Ob dieses Gerät je praktisch funktionierte, ist jedoch umstritten – die Düsen waren vermutlich zu schwach, um die Reibung der Komponenten zu überwinden.
1922 erhielt der französische Ingenieur Maxime Guillaume ein Patent für ein einfaches Düsentriebwerk. Es nutzte Turbinen zur Luftkompression, die mit Brennstoff gemischt und gezündet wurde. Das expandierende Gas erzeugte Schub – eine bahnbrechende Idee, die allerdings nie gebaut wurde.
Der britische RAF-Ingenieur Frank Whittle gelang es in den 1920er Jahren als Erstem, ein funktionsfähiges Konzept umzusetzen. Trotz Skepsis des Luftfahrtministeriums gründete er 1937 seine Firma und baute das erste laufende Strahltriebwerk. Parallel entwickelte der deutsche Physiker Hans von Ohain ein ähnliches Design, das mit der Heinkel He 178 im August 1939 den ersten Strahlflug der Geschichte ermöglichte.