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Hypermutierte Krebsarten im evolutionären Wettrüsten mit dem Immunsystem: Neue Erkenntnisse der Krebsforschung

Agile, hochmutierte Krebsarten wie Speiseröhren- und Magenkrebs führen ein evolutionäres Wettrüsten mit dem Immunsystem, wie eine aktuelle Studie des Institute of Cancer Research (ICR) in London ergibt.

Diese Tumore weisen aufgrund defekter DNA-Reparaturmechanismen eine hohe Anzahl genetischer Mutationen auf, die sie gegen Chemotherapie und andere Therapien resistent machen.

Paradoxerweise machen genau diese Mutationen sie dem Immunsystem fremd und anfällig für Angriffe – ideal für moderne Immuntherapien.

ICR-Wissenschaftler entdeckten, dass hypermutierte Tumore rasch Tarnstrategien entwickeln, um Immunangriffe zu entgehen.

Die Ergebnisse könnten zukünftig Immuntherapien mit Chemotherapie kombinieren und so Patienten nutzen.

Die Studie erschien in Nature Communications und wurde von Cancer Research UK sowie dem Schottlander Research Charitable Trust gefördert.

Dr. Marco Gerlinger, Leiter der Translationen Onkogenomik am ICR, erklärt: „Unsere Studie zeigt, dass Krebs und Immunsystem in hypermutierten Tumoren in einem evolutionären Wettrüsten stehen, in dem beide Seiten ständig neue Strategien entwickeln.“

„Durch die detaillierte Beobachtung dieser Koevolution konnten wir sehen, dass das Immunsystem mit Krebsveränderungen Schritt hält – auch dort, wo Therapien versagen. Immuntherapien könnten dieses Gleichgewicht zu Gunsten der Patienten verschieben.“

„Nächster Schritt: Eine klinische Studie zur Immuntherapie bei Darmkrebs, um diese evolutionäre Dynamik zu nutzen.“

Genetische Vielfalt hypermutierter Magentumore

Die Forscher sequenzierten die genetische Landschaft von vier Speiseröhren- und Magentumoren mit Defekten in DNA-Reparaturgenen.

Sie untersuchten sieben Tumorregionen pro Patient sowie Metastasen.

Die hypermutierten Tumore zeigten extrem hohe genetische Variation: Im Schnitt fast 2.000 Genfehler – weit mehr als die 436 bei Hautkrebs, dem zweithäufigsten in der Studie.

Intraschwellenvielfalt ermöglichte rasche darwinistische Anpassung.

Tumore mit starker Immunzellinfiltration hatten mehrere Mutationen in Genen entwickelt, die Krebszellen normalerweise sichtbar machen.

Defekte Gene verhindern die Erkennung trotz hoher Mutationslast.

Prof. Paul Workman, CEO des ICR: „Krebsentwicklung ist die größte Herausforderung. Dieses Studie beleuchtet die Koevolution mit dem Immunsystem – entscheidend gegen Resistenzen.“

„Ohne Intervention gewinnt Krebs. Intelligente Immuntherapien können das Wettrüsten kippen.“