Ein revolutionäres Hörgerät, dessen Herstellung weniger als 1 £ kostet, wurde von Forschern des Georgia Institute of Technology entwickelt. Dieses Gerät könnte Millionen älteren Menschen weltweit zugutekommen, für die konventionelle Hörhilfen unerschwinglich oder unzugänglich sind.
In Großbritannien leben rund 11 Millionen Menschen mit Hörverlust, davon 8 Millionen im Alter von 60 Jahren oder älter. Hörgeräte unterstützen Betroffene, die noch Restgehör besitzen, aber Schwierigkeiten haben, bestimmte Töne – wie Türklingeln oder Telefonklingeln – oder einzelne Stimmen in lauten Umgebungen zu verstehen.
Das Prinzip: Hörgeräte verstärken gezielt Frequenzen, die auf den individuellen Hörverlust abgestimmt sind. Ältere Menschen verlieren oft die Fähigkeit, hohe Frequenzen zu hören.
Erstautor Soham Sinha, selbst seit der Highschool Träger von Hörgeräten, bringt persönliche Expertise ein. „Ich wurde mit Hörverlust geboren und bekam erst in der Highschool Hörgeräte“, erklärt der Forscher, der als Student am Projekt mitwirkte und nun als Doktorand an der Stanford University forscht. „Dieses Projekt war für mich die Chance, anderen in ähnlicher Lage zu helfen – unabhängig von finanziellen Mitteln.“

Im Gegensatz zu herkömmlichen Modellen, die hinter dem Ohr sitzen, trägt sich dieses kostengünstige Gerät als Anhänger um den Hals. Ein Mikrofon nimmt Geräusche auf, die ein Verstärker dann optimiert.
„Wir haben Filter eingesetzt, um Frequenzen über 1.000 Hz selektiv zu verstärken“, erläutert M. Saad Bhamla, Assistenzprofessor für Chemieingenieurwesen und Mitautor der Studie. „Das passt perfekt zum typischen Hörprofil bei altersbedingtem Verlust, der hohe Frequenzen betrifft.“
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Das Gerät steckt in einem 3D-gedruckten Gehäuse. Die Forscher geben an, dass die Produktion insgesamt nur 98 Cent (ca. 76 Pence) kostete.
„Wir haben bewiesen, dass ein Hörgerät günstiger als eine Tasse Kaffee sein kann“, betont Bhamla. „Das ist ein erster Schritt zu einer Plattformtechnologie – niedrige Kosten schließen hohe Qualität nicht aus.“