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Die wahre CRISPR-Entdeckung: Charpentier und Doudna oder das Broad Institute?

CRISPR, der bahnbrechende Durchbruch in der modernen Gentechnik, ist ein molekulares Werkzeug, das präzise Bearbeitungen am genetischen Code lebender Organismen ermöglicht. Das Akronym steht für „Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats“, ein charakteristisches DNA-Muster in Bakterien, das erstmals 1987 identifiziert wurde. Lange blieb seine Funktion rätselhaft, doch Mitte der 2000er Jahre zeigten Studien: Es handelt sich um einen zentralen Bestandteil des bakteriellen Abwehrsystems gegen Viren. Bakterien speichern Virus-DNA-Abschnitte mithilfe des Enzyms Cas in ihrem Genom und erkennen so zukünftige Angriffe – eine elegante natürliche Immunstrategie.

Der entscheidende Meilenstein fiel 2012: Teams unter der Leitung von Jennifer Doudna (USA) und Emmanuelle Charpentier (Europa) wandelten dieses System in ein revolutionäres „Cut-and-Paste“-Tool für Gensequenzen um. Ein US-Team des Broad Institute überholte sie jedoch bei der Patentanmeldung für Anwendungen auf menschliche Zellen, was einen intensiven Rechtsstreit auslöste. Im Februar 2017 entschied das US-Patentamt gegen Doudna und Charpentier. In der Wissenschaftsgemeinde werden sie dennoch als die eigentlichen Pioniere von CRISPR gefeiert.